Sambucus ebulus Linné, 1758

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Jasenice 07/2011

Attich, Zwerg-Holunder - abdovina, burjan

Im Gegensatz zum schwarzen Holunder ist der Attich in all seinen Teilen giftig. Deshalb verwende ich auch lieber den deutschen Namen Attich. Er wächst in größeren Gruppen in Form eines kleinen, aufrechten Strauches. Im Frühjahr zieren ihn unzählige Blüten und Herbst die kleinen, blauen Beeren.


dwarf elderberry, danewort

Contrary to the blue elder this shrubb is poisonous in all its parts. He grows in major clustors as little, upstandig shrub. In spring he is decorated with myriads of little bloosms and in winter with the tiny, blue berries.


Systematik


Trivialnamen

  • Deutsch: Attich, Zwergholunder
  • Kroatisch: abdovina, burjan, aptika
  • Englisch: dwarf elderberry, danewort
  • Französisch: sureau hièble, petit sureau
  • Italienisch: sambuco lebbio, ebolo, lebbio, sambuchella, ebbio
  • Slowenisch: smrdljivi bezeg, habat
  • Spanisch: chavos, evol, hiebos, niervos
  • Tschechisch bez chebdí
  • Ungarisch: földi bodza, gyalogbodza


Wissenschaftlicher Name

Sambucus ebulus Linné, 1758



Namensherkunft

Xxx


Basionym

  • Sambucus ebulus Linné, 1758


Synonyme

  • Sambucus humilis Miller, 1768
  • Sambucus herbacea Gilibert, 1782
  • Ebulum humile (Miller) Garcke, 1865


Schutzstatus

Sambucus ebulus Linné, 1758 ist in Kroatien nicht geschützt.


Morphologie und Größe

Habitus

Habitus, Jasenice 07/2011


Die immer unverzweigten, krautigen Stängel wachsen aus einem Rhizom. Dadurch bekommt der Strauch seine einzigartige Form.

Höhe: bis 120 cm







Die Blüte

Blüte, Jasenice 07/2011

Die kleinen Blüten stehen in doldenartigen Blütenständen.

Sie sind radiärsymmetrisch.

In den weißen Blüten fallen die kräftig rot gefärbten Staubbeutel auf.

Blütezeit : Mai bis Juli

Blütenfarbe: weiß









Die Frucht

Die kleinen, dunkelblauen bis schwarzen Beeren sind Scheinfrüchte.


Reifezeit: September



Das Blatt

Blatt, Zadar, 09/2012

Die grünen Fiederblätter - jeweils 9 pro Blatt - sind längs-oval und gezähnt.

Die einzelnen Blätter sind gekreuzt gegenständig angeordnet.











Ökologie


Protaetia (Cetonischema) aeruginosa Drury, 1770 - Großer Rosenkäfer frisst Pollen
Cetonia aurata Linné, 1761 - Gemeiner Rosenkäfer, zlatna mara frisst Pollen


Aporia crataegi Linné, 1758 - Baumweißling, glogov bijelac trinkt Nektar in den Blüten
✔ Anania coronata Hufnagel, 1767 - Holunderzünsler. Die Raupe überwintert in den Stängeln und verpuppt sich dort.


✔ Aphis spiraecola Patch, 1914 – Zitrus-Blattlaus
✔ Aphis sambuci Linné, 1758 – Holunder-Blattlaus


✔ Contarinia sambuci Kaltenbach, 1873 – die Larven leben in Gallen in den Blütenknospen, monophag in den beiden Holunderarten
✔ Placochela nigripes Löw, 1877 – die Larven leben in Gallen verursacht durch C. sambuci
✔ Liriomyza amoena Meigen, 1830 – die Larven minieren in den Blättern. Einziger Minierer auf Holunder.


  • Die Larven folgender Vertreter der Familie Eriophyidae Nalepa, 1898 - Gallmilben leben in den Blättern von Sambucus ebulus Linné, 1758 und bilden Gallen:
✔ Epitrimerus trilobus Nalepa, 1891 – Randgallen, die Fiederblätter rollen sich ein



Lebensraum

Der Attich bevorzugt trockene, kalkreiche Gebiete und ist wärmeliebend. Er benötigt aber genügend Bodenfeuchte.

Man findet ihn deshalb in der Nähe von Sträuchern, auf Wiesen in Senken oder auf Ruderalflächen.



Geografische Verbreitung

  • Herkunft: Circummediterran bis Mittleeuropa
  • Vorkommen: Circummediterran bis Mittleeuropa
  • Fundort: Kroatien - Nin, Zadar, Jasenice



Nutzung

Die Wurzeln und die Beeren wurden früher als Antidiuretikum und als schweißtreibendes Mittel verabreicht. Wegen der enthaltenen giftigen Glycoside wird das heute nicht mehr gemacht.
Es gibt eine Veröffentlichung aus dem Jahr 2010, in der nachgewiesen wurde, dass ein Methanolauszug der Blätter die Wundheilung deutlich verbessert:
2014 wurde nachgewiesen, dass ein alkohollischer Auszug des Attichs aber auch des Holunders antidepressive Wirkung zeigen. Die Versuche wurden allerdings an Mäusen durchgeführt.
( → Siehe Links und Quellen)


Giftigkeit

  • Das enthaltene Gift: Wurzel und vor allem die Früchte enthalten Glycoside, u.a. das toxische Ebulosid sowie Blausäureglycoside.
  • Wirkung des Gifts:
  • Mögliche Symptome: Erbrechen, Durchfall
  • Mögliche Dauerschäden: Bei hoher Einnahme kann es zu einer tödlichen Vergiftung kommen.









Links und Quellen

© Kroatiens Fauna und Flora, fauna i flora u Hrvatskoj




  • Marzie Jabbari, Babak Daneshfard, Majid Emtiazy 2017: Biological Effects and Clinical Applications of Dwarf Elder (Sambucus ebulus L): A Review. Journal of Evidence-Based Integrative Medicine Volume: 22 issue: 4, page(s): 996-1001
  • M. Mahmoudi, M.A. Ebrahimzadeh, A. Dooshan, A. Arimi, N. Ghasemi, F. Fathiazad 2014: Antidepressant activities of Sambucus ebulus and Sambucus nigra. Eur Rev Med Pharmacol Sci 2014; 18 (22): 3350-3353
  • Süntar IP et al: Wound healing potential of Sambucus ebulus L. leaves and isolation of an active component, quercetin 3-O-glucoside., J Ethnopharmacol. 2010 May 4;129(1):106-14.