Smyrnium olusatrum Linné, 1753

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Veli Rat 04/2018

Smyrnium olusatrum Linné, 1753 - Pferde-Eppich, zelenkasta lesandra

Wenn man mir der Reiserführerin Mirjana Alaburic unterwegs ist, bekommt man viel zu sehen und noch mehr über die Geschichte und das Leben hier zu hören. Aber ab und zu bekommt man auch Arbeit, so wie ich auf Dugi Otok. Da haben wir nämlich in einem Gemüsegarten einen riesigen Doldenblüter entdeckt, der mich natürlich sofort neugierig gemacht hat.


Smyrnium olusatrum Linné, 1753 - Alexanders, zelenkasta lesandra


When travelling with the guide Mirjana Alaburic, you will get a lot to see and even more to hear about the history and life here. But sometimes you will get work, I did on Dugi Otok. There, we have discovered a huge umbellifer in a vegetable garden which, of course, immediately made me curious.



Systematik


Trivialnamen

  • Deutsch: Pferde-Eppich, Gespenst-Gelbdolde
  • Kroatisch: zelenkasta lesandra, veliki petrusin, selen divlja
  • Englisch: Alexanders, horse parsley
  • Französisch: maceron, grande ache, gros persil de Macédoine
  • Italienisch: corinoli comune, macerone
  • Slowenisch: xxx
  • Spanisch: apio caballar, apio equino, perejil macedonio
  • Tschechisch xxx
  • Ungarisch: xxx


Wissenschaftlicher Name

Smyrnium olusatrum Linné, 1753


Namensherkunft

Lateinisch olus = Gemüse

Lateinisch atrum = schwarz. Es wird allgemein auf die schwarzen Samen bezogen. Aber ich vermute eher, dass es sich auf die Schwarzfärbung der Blätter bezieht, wenn sie gekocht werden. Das passt auch besser zum ersten Wortteil olus.


Basionym

Smyrnium olusatrum Linné, 1753


Synonyme

Es sind keine Synonyme von Smyrnium olusatrum Linné, 1753 bekannt.


Schutzstatus

Smyrnium olusatrum Linné, 1753 ist in Kroatien nicht gefährdet und nicht geschützt.



Morphologie und Größe

Habitus


Die Blüte

  • Die kleinen Blüten sitzen in Doppeldolden. Dabei gibt es laut Literatur in jeder Dolde männliche und zwittrige Blüten. Ich konnte bei diesen Pflanzen allerdings nur zwittrige entdecken – vielleicht ist es eine Zuchtform.
  • Die Blüten sind fünfzählig, Hüllblätter fehlen.
  • Die Kronblätter sind elliptisch und laufen spitz zu. Sie sind nach innen eingerollt.
  • Blütezeit : April
  • Durchmesser der Blüte: 2 mm
  • Blütenfarbe: gelb bis gelbgrün


Die Frucht

  • Die Früchte sind kugelig und tief gerippt.
  • Sie werden zur Reife schwarz
  • Reifezeit: Juni


Blatt

  • Die Blätter sind dreiteilig gefiedert, jede Fieder besteht aus weiteren drei Einzelfiedern.
  • Sie sind groß uns lang gestielt.
  • Der Rand ist gebuchtet, zusätzlich grob gezähnt.
  • Die Blätter der Blattrosette sind dunkelgrün, die Stängelblätter sind deutlich heller.


Stängel

Stängel, Veli Rat – Dugi Otok, 04/2018
  • Die Stängel sind kräftig und rund.
  • Sie sind leicht gekantet
  • Sie sind grün, im unteren Teil der Pflanze dunkelrot gestreift.
  • An den Stellen, an denen eine Verzweigung entsteht, bilden die Laubblätter an der Basis gorße, helle Blattscheiden aus.











Ökologie

Smyrnium olusatrum Linné, 1753 ist Futterpflanze für folgende Vertreter der Klasse Insecta Linné, 1758 - Insekten, kukci in Kroatien

✔ Philedonides lunana Thunberg & Borgstroem, 1784 aus der Familie Tortricidae Stephens, 1829 - Wickler, savijači
✔ Aethes deaurana Peyerimhoff, 18771784 aus der Familie Tortricidae Stephens, 1829 - Wickler, savijači
✔ Euleia heraclei inné, 1758 – Sellerie_Fliege aus der Familie Tephritidae Newman, 1834 - Frucht- oder Bohrfliegen, voćne muhe
✔ Liophloeus tessulatus O.F. Müller, 1776 – Würfelfleck-Rüssler aus der Familie Curculionidae Latreille, 1802 - Rüsselkäfer, skorovača, die Larven fressen an Wurzeln
✔ Phaedon tumidulus Germar, 1824 – Zeller-Blattkäfer aus der Familie Chrysomelidae Latreille, 1802 - Blattkäfer, zlatnice, die Adulten fressen Blätter
  • Auf den Blättern kann sich folgender Rostpilz entwickeln:
✔ Puccinia smyrnii Bivona-Bernardi, 1894 induziert Gallen


Lebensraum

An Straßenrändern vor allem auf den Nordadriatischen Inseln. Selten als Gemüse in Gärten. Dabei scheint er schattige, feuchtere Stellen zu bevorzugen.


Geografische Verbreitung

  • Herkunft: Mittelmeerraum
  • Weitere Vorkommen: Bis zum Mittelalter in ganz Mitteleuropa
  • Fundort: Kroatien – Dugi Otok


Nutzung

  • Als Essbare Pflanze: Bevor der frostresistentere Sellerie bekannt wurde, wurde diese Pflanze als Gemüse verwendet. Blätter, junge Triebe und die Blattstängel sind roh oder gedünstet ausgesprochen lecker. Die getrockneten Samen ergeben gemahlen ein aromatisches Gewürz. Da der Pferde-Eppich nicht frostresistent ist, wurde er im Mittelalter vom Sellerie abgelöst. In Südeuropa aber ist er nativ und auch heute noch zu finden. Interessant ist, dass die Blätter beim Kochen tiefschwarz werden.
  • Als Heilpflanze: Ein Tee aus der getrockneten Wurzel wirkt blutreinigend und – ähnlich wie Sellerie – entschlackend. Die Hauptwirkstoffe im ätherischen Öl dieser Pflanze sind Sesquiterpene wie Furanoeremophil-1-eins und Curzeren, das auch in der Myrrhe enthalten ist.
  • 2016 konnte die antifungale Wirkung des Öls nachgewiesen werden.


( → Siehe Links und Quellen)



Links und Quellen

© Kroatiens Fauna und Flora, fauna i flora u Hrvatskoj




  • Fotini Papaioannou, Aikaterini Koutsaviti, Olga Tzakou 2010: Volatile Constituents of Different Parts of Smyrnium olusatrum from Greece, Natural product communications 5(11):1809-10 • November 2010
  • Gerasimia Tsasi et al. 2016: Antifungal Compounds Isolated from Smyrnium olusatrum L. Essential Oil,Growing Wild in Cephalonia, Greece. Records of Natural Products. 2016;10(1):93-102