Bribirska glavica

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Römische Häuser, im Hintergrund Crkva Sv. Marije, 03/2018

Die Bribirska Glavica - Anfahrt

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Nicht umsonst wurde die Bribirska Glavica Sie ist für mich eine der beeindruckendsten Ausgrabungen, die ich je gesehen habe. Hoch auf einem großen Hügel finden sich Relikte fast aller Epochen Kroatiens. Und man braucht einige Zeit, um diese vollständig zu erkundigen.

Die Anfahrt: Die Straße Richtung Bribir nehmen, an der alten Schule von Bribir abbiegen und den Hügel hochfahren. Direkt vor der Mauer kann man parken.









Lage der Bribirska Glavica

Übersicht, 03/2018

Bribirska glavica = Kuppe von Bribir Nördlich von Bribir, an der Grenze von Ravni Kotari und der Bukovica, erhebt sich ein 305 Meter hoher Hügel mit einem großen Plateau auf der Spitze, der Hügel Glavica mit einem Plateau von 7 Hektar Größe. Von hier aus kann man das Tal rundum im Auge behalten. Die Herrscher vieler Epochen haben sich hier niedergelassen und ihre Spuren auf diesem Hochplateau hinterlassen. Noch ist nicht alles ausgegraben, und wir dürfen gespannt sein, was noch alles zum Vorschein kommt.

Das ist wohl auch der Grund, warum gerade hier immer wieder Paläste gebaut wurden. Denn die Lage ermöglichte eine einfache Verteidigung gegen eventuelle Angreifer. Und für die Archäologen einst und heute war dieser Ort eine wahre Goldgrube, denn sie haben in einer Ausgrabungsstätte Mauern und Gegenstände von den Liburniern, den Römern, von mittelalterlichen Herrschern und den Türken und Venezianern gefunden. Und heute noch wird geforscht und gegraben, denn es sind noch lange nicht alle Reste frei gelegt.








Geschichte der Ausgrabungen auf der Bribirska Glavica

03/2018

Die Anlage wurde während ihrer langen Geschichte unzählige Male zerstört und wieder aufgebaut. Türken, Venezianer, neue Siedler aus dem Osten und die Italiener während des 2. Weltkrieges haben hier gewütet und einzigartige Artefakte entwendet. Auch der letzte Krieg hatte katastrophale Folgen. Es wurden viele Gebäude zerstört und ebenfalls Artefakte gestohlen. Dennoch sind immer die Fundamente vieler Gebäude erhalten und es werden nach wie vor neue ausgegraben.

( → Siehe Links und Quellen, Dr. Marko Kukić, 2017)

Bruder Lujo Marun, geboren am 10.12.1857 in Skradin, kam 1885 als Pastor in die Stadt Knin. Im gleichen Jahr gründete er den Verein Kninsko starinarsko društvom, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, das historische Erbe von Knin zu studieren. Er wurde später unbenannt in Hrvatsko starinarsko društvom. Ab 1908/1910 begann der Geistliche mit Ausgrabung auf dem Hügel. 1929 wurde er gezwungen in Rente zu gehen, er starb 1939 in Knin. Auch nach ihm wurde weiter geforscht und gegraben, bis heute ist etwa 1/5 der gesamten Fläche erforscht. Die Grabungen aber mussten eingestellt werden, die beiden Weltkriege verhinderten eine weitere Forschung.

Erst nach 1960 konnte wieder mit Grabungen begonnen werden, Stjepan Gunjaca, Direktor des Archäologischen Museums Knin, das zuletzt nach Split verlegt wurde, war federführend.

Seit 2005 wird wieder weiter geforscht, finanziert wird es von der Europäischen Union (CARDS-Programm). Und im Jahr 2014 wurde von 3 Institutionen, nämlich dem Archäologischen Museum Split, dem Stadtmuseum Split und der Macquarie Universität Sydney das gemeinsame Projekt Varvaria-Breberium-Bribir gestartet.

Die Bribirska Glavica ist als Kulturdenkmal der höchsten Kategorie eingestuft und eine der wichtigsten Ausgrabungsstätten in ganz Kroatien.


Die Epochen der Bribirska Glavica

Die Liburnier

10/2019

Wann genau die Liburnier den Hügel besiedelten ist nicht klar. Im östlichen Teil, nahe dem Vratnica, dem Haupteingang, findet man die Überreste einiger prähistorischer Häuser der Zeit.

Die gesamte Anlage wird durch eine dicke Mauer geschützt. Im östlichen Teil kann man noch die illyrischen Megalithen erkennen. Im westlichen Teil wurde sowohl in römischer Zeit als auch im Mittelalter auf die ursprüngliche Mauer aufgebaut.

Die Grabbeigaben deuten auf einen intensiven Handel mit Griechenland, Phönizien sowie Italien hin.

Die Liburnier haben lange die Herrschaft über Dalmatien inne gehabt. Ihren Reichtum und ihre Vormachtstellung haben sie Handel aber auch ihren einzigartigen Booten zu verdanken. Sie waren klein und wendig und optimal für das entern andere Schiffe. Doch irgendwann drangen andere Stämme vor, mit denen Sie erbittert Krieg führten. Dazu gehörten die Delmaten, die bereits einige Stellungen rund um Bribir eingenommen haben. Und auch die Römer drangen immer weiter vor, zuerst als Unterstützer der Liburnier, später vertrieben sie diese und übernahmen die Festung.



Die Römer

03/2018

Plinius erwähnt 14 Landkreise, von denen Varvaria wegen seiner guten Lage die wichtigste war. Von hier aus konnte das Hinterland bis zum Velebit, die Ebene Ravni Kotari sowie die Krka (Titius flumen) kontrolliert werden.











Das 9. – 11. Jahrhundert – Frühes Mittelalter

10/2019

Auch in der altkroatischen Epoche war der Hügel besiedelt. Zeugen sind die Fundamente von Kirchen aus dem 9.-11. Jh. sowie ein kleiner Friedhof in der Nähe des Haupttores mit 128 Gräbern.

Die Gräber wirken konfus angeordnet, tatsächlich sind sie nach der Sonne am Tag der Beerdigung ausgerichtet. Hier fand man als Grabbeigaben Schmuck, Kleidung aber auch Gegenstände des täglichen Bedarfs.








Das Mittelalter

Mittelalterlicher Turm, 03/2018

Ab dem 13. Jahrhundert ist die Geschichte der Bribirska Glavica eng verwoben mit der Geschichte der Familie Šubić.

Der ungarische König Bela IV. schenkte 1251 das Gebiet der Familie, die Šubići Bribirski genannt wurde und über Omiš, Šibenik, Split und Trogir regierte.

Ban Pavao Šubić hatte den Titel „banus Croatorum et tocius Bosnae dominus“ und errichtete auf dem Hügel einen großen Palast dessen Fundamente heute noch zu sehen sind. Er wurde in der Crkva Sv. Marije begraben. ( → Siehe auch Kirchen und Klöster der Bribirska Glavica)









1523 - Türken und später Venezianer auf der Bribirska Glavica

03/2018

Im Jahr 1523 nahmen die Türken Bribir und damit auch die Bribirska Glavica ein. Zu dieser Zeit verließen die Franziskaner ihr Kloster und lohen nach Šibenik. Die Marienkirche wurde von ihnen in ein Pulverlager (barutan) umgewandelt, das Kloster bis auf die Grundmauern zerstört. Die Osmanen herrschten etwa 150 Jahre bis 1684 die Venezianer die Türken vertrieben.

Auch diese beiden Völker hinterließen ihre Spuren, so sind die Mauern eines runden Turms aus der Zeit erhalten, der einst zu einem venezianischen Kastell gehörte.








Die Kirchen der Bribirska Glavica

10/2019
Crkva Sv. Spasa – Erlöserkirche

In der Nähe des Haupttores und des Gräberfeldes liegen die Fundamente dieser kleinen altkroatischen Kirche aus dem 11. Jahrhundert.








3/2018
Franziskanerkloster und dreischiffige Basilika Sv. Marije

Unter Ban Pavao Šubić wurde das Kloster mit zugehöriger Klosterkirche errichtet, beide sind der Gottesmutter geweiht.

Die Franziskaner waren bis zum Eintreffen der Osmanen aktiv tätig, dann flohen sie.







03/2018
Crkva Sv. Joakima i Ane – Kirche des Hl. Joachim und der Hl. Anna

Hier stand einst eine altkroatische Kirche, von der noch Überreste der Apsis erhalten sind. Es handelt sich um eine für diese Gegend typische runde Apsis mit 6 Bögen. Diese gotische Kirche war dem Hl. Johannes (d.Täufer) geweiht (Crkva Svetog Ivana).

Diese Kirche wurde von den Türken zerstört und 1574 wurde auf ihren Fundamenten eine neue, orthodoxe Kirche errichtet, die heute noch erhalten ist. Rund um diese Kirche liegt ein orthodoxer Friedhof.









Das Lapidarium und das Museum der Bribirska Glavica

03/2018

Den Grundstein für das Museum dürfte Bruder Lujo Marun gelegt haben, allerdings war das Gebäude jedes Mal geschlossen wenn ich dort war. Neben dem Museum ist ein weiteres Gebäude an dessen Seite in einem abgeschlossenen Bereich Steinfragmente der verschiedenen Epochen aufbewahrt werden.

Die Artefakte der verschiedenen Epochen sind heute im Archäologischen Museum in Split zu sehen.














Weiterführende Literatur und Quellen

© Kroatiens Fauna und Flora, fauna i flora u Hrvatskoj