26.01.2019 - Signore Tramontana wehrt sich

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26.01.2019 - Signore Tramontana wehrt sich

Vor ein paar Tagen war Monsieur Jugo ja so richtig übel drauf. Mit Donner und Blitz sowie ordentlichem Regen hat er auf die Gerüchte reagiert, die ihm zu Ohren gekommen sind. Seine Madame Bura hat mal wieder einen Kurztrip in den Norden gemacht. Angeblich, um der Kälte der Velebitischen Gipfel zu entkommen. Aber das hat Monsieur Jugo natürlich nicht geglaubt und uns ein paar ziemlich nasse Tage beschert.

Vorgestern dann hat die Lady aus den Bergen sich dazu entschieden, sich zu den Vorwürfen zu äußern. Erst hat sie recht beruhigend auf Monsieur eingeredet, neckisch ein Tiefdruckgebiet ausgebreitet und Solidarität mit dem Herrn aus dem tiefen Süden gezeigt. Das kam wohl nicht so gut an, und so hat sie dann gestern angefangen, wütend alle Wolken vom Himmel zu fegen. Und wie sie gefegt hat, da blieb nichts mehr übrig. Denn das, was Monsieur Jugo vermutet, würde doch eine Madame Bura nie im Leben tun. Doch bei all ihrem Geblase fiel mir eines auf – sie klang irgendwie erkältet. Denn die Böen, die sonst eher langgezogen die Hänge hinunter fegten, kamen eher stoßartig, klangen fast wie ein hustendes Stakkato. Da hat wohl jemand doch die eisigen Gipfel der Alpen besucht und sich dort etwas eingefangen – meint ihr nicht?

Gegend Abend hat sie sich dann wieder etwas beruhigt und blies nur noch leicht über das Meer. Heute Morgen dann war es fast windstill mit einem furiosen Sonnenaufgang über Nin. Und wir erwarteten einen ruhigen Tag mit milden Temperaturen, den hatten wir uns wirklich verdient. Aber da hatte Signore Tramontana auch noch ein Wörtchen mitzureden. Er, der in dieser Jahreszeit ja normalerweise in tiefem Winterschlaf liegt, fand es unmöglich, dass Madame Bura ihren Besuch bei ihm verleugnete. Und die einzige Antwort, die dem Jungspund aus dem Norden einfiel war, einen ordentlichen Luftzug in den Süden zu schicken, der die Wellen diesmal von der anderen Seite mit der typischen Kräuselung an den Strand spülte. Die mittägliche Hunde-Runde war deshalb wieder nicht so warm, wie wir es uns vorgestellt hatten. Doch auch in Dalmatien hatten wir heute so eine Art Rauhreif-Feeling, denn Madame Bura hat die Wiesen und vor allem die Bäume mit einer dicken Salzschicht überzogen. Jetzt hoffe ich, dass bald Regen kommt, und das aggressive Salz wieder abwäscht. Ein bisschen können die Bäume vertragen, aber diese Menge könnte doch einige Äste zum Absterben bringen.

Bilder vom 26.01.2016


Links und Literatur

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