Euphorbia helioscopia Linné, 1753
Euphorbia helioscopia Linné, 1753 - Sonnwend-Wolfsmilch, sunceljubiva mlječika
Diese Pflanze ist ein wahrer Überlebenskünstler, ich kenne kaum eine, die mit so vielen unterschiedlichen Habitaten zurecht kommt. Man findet sie auf trockenen, heißen Böden, auf Kalk, in Steinritzen aber auch in bodenfeuchten Gegenden. Je nach Boden wächst sie eher klein und zierlich oder riesig mit einem dicken Blütenstängel.
Die Sonnwend-Wolfsmilch wird seit hunderten von Jahren als Heilpflanze verwendet, vor allem in der chinesischen Medizin hat sie einen hohen Stellungswert und wurde und wird gegen Krebs, Cholera oder Tuberkulose eingesetzt. In einem Berliner Handbuch aus dem Jahr 1809 steht, dass Kraut und Wurzeln verschiedener Arten für Anwendungen (gegen Würmer oder Gonorrhoe) gesammelt und gemischt wurden. Allerdings wird auch hingewiesen, dass es ein ziemlich drastisches Mittel ist. Deshalb verzichtet man heute darauf. Vor allem das Euphorbin kann das Wachstum von Tumoren beschleunigen. Und der Milchsaft ist stark ätzend und kann Blasen bis zu Nekrosen verursachen.
Alle Arten der Gattung Euphorbia sind durch das Washingtoner Artenschutzabkommen (CITES) geschützt.
Euphorbia helioscopia Linné, 1753 – sun spurge, sunceljubiva mlječika
This plant is a true survivalist, I hardly know any plant that can inhabit so many different habitats. They can be found on dry, hot soils, on limestone, in cracks of stones but also in moist areas. Depending on the soil, it grows either small and delicate or huge with a thick flower stalk.
The sun spurge has been used as a medicinal plant for hundreds of years. It has a high status, especially in Chinese medicine, and was and is used against cancer, cholera and tuberculosis. A Berlin handbook from 1809 states that herbs and roots of various species were collected and mixed for uses (against worms or gonorrhea). However, it is also noted that it is a rather drastic remedy. That's why we don't do it today. Euphorbin in particular can accelerate the growth of tumors. And the latex is highly corrosive and can cause blisters and even necrosis.
All species of the genus Euphorbia are protected by the Washington Convention on International Trade in Endangered Species of International Trade in Endangered Species.
Systematik
- Klasse Magnoliopsida Brongniart, 1843 - Bedecktsamer, kritosjemenjače
- Gruppe Eudikotyledonen
- Gruppe Kerneudikotyledonen
- 1. Untergruppe Rosiden - Rosenartige
- Eurosiden I
- Ordnung Malpighiales Juss. ex Bercht. & Presl, 1820 – Malpighienartige, malpigijolike
- Familie Euphorbiaceae Jussieu, 1789 – Wolfsmilchgewächse, mlječike
- Unterfamilie Euphorbioideae Burnett, 1835
- Tribus Euphorbieae Dumortier, 1829
- Subtribus Euphorbiinae Grisebach, 1859
- Gattung Euphorbia Linné, 1753 - Wolfsmilch, mličer
Trivialnamen
- Deutsch: Sonnwend-Wolfsmilch, Sonnenzeiger-Wolfsmilch
- Kroatisch: sunceljubiva mlječika, kolovrta mlječika, mlječika suncogled
- Englisch: sun spurge
- Französisch: euphorbe réveille-matin, herbe aux verrues,petite éclaire
- Italienisch: erba calenzola, euforbia elioscopia, erba calenzuola
- Slowenisch: sončni mleček
- Spanisch: lechetrezna girasol, euforbia madrugadora, carajera
- Tschechisch pryšec kolovratec
- Ungarisch: napraforgó-kutyatej
Wissenschaftlicher Name
Euphorbia helioscopia Linné, 1753
Namensherkunft
( → Siehe Familie Euphorbiaceae Jussieu, 1789 – Wolfsmilchgewächse, mlječike)
Basionym
- Euphorbia helioscopia Linné, 1753
Synonyme
- Tithymalus helioscopius (Linné) Hill, 1768
- Galarhoeus helioscopius (Linné) Haworth, 1812
- Euphorbion (Linné) Saint-Lager, 1880
Schutzstatus
- Euphorbia helioscopia Linné, 1753 ist in Kroatien nicht gefährdet und nicht geschützt.
- Geschützte Pflanze: Die Art an sich ist nicht geschützt. Allerdings ist die Gattung Euphorbia Linné, 1753 - Wolfsmilch, mličer im Annex II (CITES) aufgeführt. Das bedeutet, Sammeln und Handel sind streng reglementiert.
Morphologie und Größe
Habitus
- Einjährige, aufrecht wachsende Pflanze.
- Meist unverzweigt.
- Ich kenne keine Pflanze, die auf so vielen unterschiedlichen Untergründen wächst.
- An feuchten Stellen wird sie sehr hoch, der Blütenstängel ist dickfleischig. Dort ist sie solitär.
- Auf trockenen, heißen Böden wächst sie niedrig. Die Blütenstände sind klein und oft bilden sich Pölster aus vielen Pflanzen.
- Alle Pflanzenteile zeigen Sukkulenz.
- Blätter und Stängel führen einen reizenden Milchsaft.
- Diese Euphorbie ist ein Therophyt.
- Höhe: 10 bis 60 cm
Die Blüte
- Der Blütenstand ist eine endständige Trugdolde aus 5 Strahlen, die sich am Ende verzweigen.
- Sie zeigt Heliotropismus, wendet sich also der Sonne zu.
- Sie besteht aus mehreren Cyathien (Scheinblüten), die eiförmige Nektardrüsen tragen.
- Die weibliche Blüte sitzt in der Mitte, die stark reduzierten männlichen außen herum. Auch die Blüten sind von kleinen Hochblättern umgeben.
- Darunter sitzen Hochblätter, die wie Laubblätter aussehen und oft gelb-grün sind.
- Zwischen den männlichen Blüten sitzen Nektardrüsen, deren Anhängsel wie Kronblätter aussehen.
- Blütezeit: März
- Durchmesser des Cythiums: 1 mm
- Blütenfarbe: gelb - grün
Die Frucht
- Die Kapselfrüchte haben drei Kammern, in denen die Samen liegen.
- Ihre Oberfläche ist glatt.
- Die Frucht sitzt auf einem langen, gebogenen Stiel.
- Reifezeit: ab Mai
Blatt und Stängel
- Die Blätter sind einfach und stehen wechselständig quirlig.
- Sie sind verkehrt eiförmig und ungestielt.
- Die Spitze ist rund.
- Die Oberfläche ist glatt.
- Der Rand ist fein gezähnt.
- Sie sind sukkulent und zeigen einen Lotuseffekt: Wassertropfen perlen ab.
- Die Stängelblätter fallen bereits vor der Blüte ab.
- Größe bis 25 mm
- Der Stängel ist aufrecht und kreisrund.
- Er ist glatt.
- Bei jungen Pflanzen ist er grün, später rot überlaufen oder komplett rot.
Ökologie
- Euphorbia helioscopia Linné, 1753 ist Nahrungspflanze für folgende Vertreter der Unterordnung Heteroptera Latreille, 1810 - Wanzen, stjenice:
- ✔ Graphosoma italicum Müller, 1766 - Streifenwanze, prugasti smrdljivac: Nymphen und Imagines saugen an Blättern.
- Euphorbia helioscopia Linné, 1753 ist Nahrungspflanze für folgende Vertreter der Unterordnung Sternorrhyncha Latreille 1807 – Pflanzenläuse, jednakokrilci:
- ✔ Aphis euphorbiae Kaltenbach, 1843 ist monophag 1. Grades und saugt an verschiedenen Vertretern der Gattung Euphorbia Linné, 1753 Wolfsmilch, mličer.
- Aus der Ordnung Hymenoptera Linné, 1758 - Hautflügler, opnokrilci lecken Ameisen am Nektar der männlichen Blüten.
- Die Larven folgender Vertreter der Ordnung Diptera Linné, 1758 - Zweiflügler, dvokrilci minieren in Blättern oder Stängeln von Euphorbia helioscopia Linné, 1753:
- ✔ Dasineura capsulae Kieffer, 1901: Die Larven induzieren Fruchtgallen
- ✔ Verschiedene Fliegen besuchen die Blüten und verbreiten den Pollen
- ✔ Spurgia euphorbiae Vallot, 1827 aus der Familie Cecidomyiidae Newman, 1834 ist monophag 1. Grades und saugt an verschiedenen Vertretern der Gattung Euphorbia Linné, 1753 Wolfsmilch, mličer. Die Larven induzieren Gallen in den Endknospen.
- Folgende Pilze aus der Gattung Melampsora Castagne, 1843 – Drehrostpilze befallen Euphorbia helioscopia Linné, 1753, es entstehen gelbe Uredien:
- ✔ Melampsora helioscopiae (Persoon) Winter, 1881
- ✔ Melampsora euphorbiae (Ficinus & Schubert) Castagne, 1843
Lebensraum
Diese Wolfsmilch kommt scheinbar mit vielen verschiedenen Habitaten zurecht. Ich habe sie auf trockenem, steinreichen Boden mit starker Sonneneinstrahlung gefunden, in Felsritzen, auf Brachland oder gestörtem Land aber auch auf feuchten Böden.
Geografische Verbreitung
- Herkunft: Eurasisch
- Weitere Vorkommen:
- Fundort:
Nutzung
- Als Heilpflanze: Diese Pflanze wird in vielen Ländern seit Jahrhunderten gegen verschiedene Krankheiten verwendet.
- ✔ In einem Berliner Handbuch aus dem Jahr 1809 ( → Siehe Links und Quellen) steht, dass Kraut und Wurzeln verschiedener Arten für Anwendungen gesammelt und gemischt wurden. Allerdings wird auch hingewiesen, dass es ein drastisches Mittel ist.
- ✔ Fleisch von Rindern oder Schafen, die Euphorbia gefressen haben, wird als übelschmeckend beschrieben.
- ✔ Weitere Anwendungen waren: Milchsaft gegen Hühneraugen und Warzen, Extrakte bei Gonorrhoe, Rheuma und gegen Würmer.
- ✔ In der traditionellen chinesischen Medizin wurde das Kraut bei Krebs, Tumoren, Tuberkulose und Cholera verwendet. Allerdings regen nach heutigem Stand die enthaltenen Phorbolester das Wachstum von Tumoren an.
- ✔ Es gibt zahlreiche Studien über die Wirksamkeit der Einzelkomponenten.
Giftigkeit
- Das enthaltene Gift: Eine Mischung aus Diterpenen, Triterpene, Flavonoide, Tannin, Euphorbon
- Giftiger Teil der Pflanze: Der Milchsaft
- Wirkung des Gifts: Äußerlich kommt es zu einer starken Reizung der Haut/Hornhaut/Schleimhaut, Blasenbildung und im schlimmsten Fall zu Nekrosen. Innerlich greift das Gift Leber und Nieren an, kann auch das ZNS schädigen.
- Mögliche Erkrankungen: Gastroenteritis
- Mögliche Dauerschäden:
Weiterführende Links und Quellen
© Kroatiens Fauna und Flora, fauna i flora u Hrvatskoj
- Die Richtlinien für Kroatiens Fauna und Flora: [[1]]
- Kroatiens Fauna und Flora - Aktuelles
- Plavi muzej i plavi kafe
- Encyclopedia of Life EoL
- EPPO
- European Environment Agency EUNIS
- CITES (Washingtoner Artenschutzabkommen), Annex II
- Flora Croatica Database
- Global Diversity Information Facility GbiF
- Heilpflanzen-Lexikon
- Info Flora CH
- Inventaire National du Patrimoine Naturel INPN
- PAN-European species directories infrastructure - PESI
- Plant Parasites of Europe
- VetPharm.ch
- Wikispecies
- Dr. Friedrich Gottlob Hayne:' Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Zweyter Band, Berlin 1809
- Maneesha Singh, Anju Rani, Dhananjay Kumar Gupta 2018: Euphorbia Helioscopia L: Past, Present and Future Prospects. Bulletin of Pure & Applied Sciences- Botany 37b(1):20, DOI:10.5958/2320-3196.2018.00002.2
- Mohamed, Abouelhamd & Hegazy, Mohamed Elamir & Moustafa, Mahmoud & El-Sayed, Magdi & Abdel-Farid, Ibrahim & Esmail, Abeer & Abdelrazik, M. & Salaheldin, Naglaa & Nenaah, Gomah E. & Mohamed, Tarik & Shahat, Abdelaaty & Karchesy, J. & Matsuda, H. & Pare, Paul. (2012). Euphorbia helioscopia: Chemical Constituents and Biological Activities. International Journal of Phytopharmacology. 3. 78-90.
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