Buglossoides purpurocaerulea (L.) Johnston, 1954

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Zadar 04/2014


Buglossoides purpurocaerulea (L.) Johnston, 1954 - Purpurblauer Steinsame, ulog trava

Das intensive Blau der großen Blüten leuchtet uns aus dem dichten Bewuchs an Waldrändern entgegen – er kann sich nicht verstecken. Dieser Steinsame ist recht selten und bevorzugt trockene aber schattige Habitate. In der Antike wurden mit Umschlägen aus dem Kraut Hautkrankheiten behandelt, heute ist das nicht mehr üblich. Er gehört zu den schwachen Giftpflanzen, denn die vor allem in den Samen vorkommenden Pyrrolizidin-Alkaloiden können die Leber schädigen.


Buglossoides purpurocaerulea (L.) Johnston, 1954 - blue gromwell, ulog trava

The intense blue of the large flowers shines towards us from the dense vegetation on the edges of the forest - it cannot hide. This gromwell is quite rare and prefers dry but leafy habitats. In ancient times, bandages made from the herb were used to treat skin diseases, but this is no longer common today. It is one of the weak poisonous plants, because the pyrrolizidine alkaloids, which are mainly found in the seeds, can damage the liver.


Systematik

  • Klasse Magnoliopsida Brongniart, 1843 - Bedecktsamer, kritosjemenjače
  • Unterklasse Asteridae Takhtajan, 1967
  • Gruppe Eudikotyledonen
  • Gruppe Asteriden - Asternartige
  • Gruppe Euasteriden I
  • Ordnung Boraginales Berchtold & Presl, 1820 – Raublattartige, boražinolike
  • Familie Boraginaceae Jussieu, 1789 - Raublattgewächse, porečnice
  • Unterfamilie Boraginoideae Arnott, 1832
  • Tribus Lithospermeae Dumortier, 1827
  • Gattung Buglossoides Moench, 1794 - Rindszungen, buglozoides


Trivialnamen

  • Deutsch: Purpurblauer Steinsame, Blauroter Steinsame
  • Kroatisch: ulog trava, modra biserka, modro vrapčje sjeme
  • Englisch: blue gromwell
  • Französisch: grémil pourpre-bleu
  • Italienisch: erba perla azzurra, wrba perla minore
  • Slowenisch: škrlatnomodro ptičje seme
  • Spanisch: mijo del sol de la flor azul, lengua de pedrisca
  • Tschechisch kamejka modronachová
  • Ungarisch: erdei gyöngyköles


Wissenschaftlicher Name

Buglossoides purpurocaerulea (L.) Johnston, 1954


Namensherkunft

Griechisch βούγλωσσον, boúglōsson bzw. Lateinisch buglossa = Ochsenzunge

Lateinisch purpurocaerulea = purpur-blau, die Blüten sind wie beim Gefleckten Lungenkraut erst purpur und werden beim Aufblühen blau.


Basionym

Lithospermum purpurocaeruleum Linné, 1753


Synonyme

  • Myosotis fruticosa Haenke, 1786
  • Rhytispermum purpurocaeruleum (L.) Link, 1829
  • Margarospermum purpurocaeruleum (L.) Fourrier, 1869
  • Aegonychon purpurocaeruleum (L.) Holub, 1973


Schutzstatus

  • Buglossoides purpurocaerulea (L.) Johnston, 1954 ist in Kroatien nicht gefährdet und nicht geschützt.
  • In Österreich und Bayern steht sie auf der Roten Liste.


Morphologie und Größe

Habitus

Habitus, Zadar 04/2014
  • Mittelhohe Pflanze mit kräftigen Stängeln
  • Diese sind gerade, können aber auch Bogen bilden und dort, wo sie die Erde berühren, Wurzeln treiben.
  • Mehrere Triebe, die sich in den Blattachseln weiter verzweigen
  • Höhe: bis 35 cm








Die Blüte

Blüte, Zadar 04/2014
  • Die großen Blüten sitzen endständig in Büscheln.
  • Die 5 Kronblätter sind basal zu einer langen Blütenröhre verwachsen.
  • Darüber entfaltet sich die Blüte tellerförmig, die Kronblätter sind dabei im inneren Drittel verwachsen.
  • In der Mitte zum Schlund hin sitzen fünf purpurne, behaarte Leisten.
  • Die langen, schmalen Kelchblätter sind komplett getrennt.
  • Sie sind dicht behaart.
  • Blütezeit : April - Juni
  • Durchmesser der Blüte: 10 mm
  • Blütenfarbe: Knospen und junge Blüten sowie die Kronröhre purpur, zur Blüte kräftig blau













Die Frucht

Aaa Bild folgt.jpg
  • Die Klausenfrüchte sind etwa 4 mm lang und lang gestielt.
  • Sie sind weiß
  • Die Schale ist steinhart
  • Reifezeit: ab Juni





Blatt und Stängel

Blatt, Zadar 04/2014
Zadar 04/2014
  • Die lanzettförmigen Blätter stehen wechselständig.
  • Auf ihnen sitzen wenige, längere Haare, die Ränder sind bewimpert.
  • Auf der Oberfläche sitzen zahlreiche kleine Höcker, die sind allerdings nicht so stark ausgebildet wie z.B. bei Echium vulgare Linné, 1753 - Natternkopf, obična lisičina
  • Sie sitzen direkt am Stängel
  • In den Achseln bilden sich weitere Triebe
  • Die Stängel sind fast kreisrund und nur leicht gekantet.
  • Sie sind dicht mit abstehenden Haaren besetzt.




Ökologie

✔ Euplagia quadripunctaria Poda, 1761 – Russischer Bär, medonjica – die Larven leben polyphag auf verschiedenen Pflanzen.
✔ Coleophora pulmonariella Ragonot, 1874: die Larven minieren in den Blättern verschiedener Arten der Familie Boraginaceae Jussieu, 1789 - Raublattgewächse, porečnice
✔ Mogulones asperifoliarum Gyllenhal, 1813 aus der Familie Curculionidae Latreille, 1802 - Rüsselkäfer, skorovača Rüsselkäfer – sie fressen monphag 2. Grades auf verschiedenen Arten der Familie Boraginaceae Jussieu, 1789 - Raublattgewächse, porečnice.
Familie Cecidomyiidae Newman, 1834 - Gallmücken, mušice šiškarice:
✔ Dasineura lithospermi Loew, 1850 – Gallmücke: sie induziert Blattgallen in den frisch getriebenen Blättern. monphag 2. Grades in den beiden Gattungen Lithospermum Linné, 1753 - Steinsame, kameno sjeme und Buglossoides Moench, 1794 - Rindszungen, buglozoides
Familie Agromyzidae Fallén, 1810 – Minierfliegen, muhe lisni mineri
✔ Agromyza lithospermi Spencer, 1963: die Larven bilden Blattminen in den beiden Gattungen Lithospermum Linné, 1753 - Steinsame, kameno sjeme und Buglossoides Moench, 1794 - Rindszungen, buglozoides


Lebensraum

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  • Der Purpurblaue Steinsame bevorzugt eher trockene Waldränder oder vor Hecken mit dichtem Bewuchs.
  • Buglossoides purpurocaerulea (L.) Johnston, 1954 ist Charakterart von folgendem EUNIS-Habitat:
✔ G1.73723 - Moesian Paeonia peregrina-white oak woods









Geografische Verbreitung

  • Herkunft: Südeuropa bis Westeuropa in warmen Gebieten
  • Weitere Vorkommen: Weltweit als Zierpflanze
  • Fundort: Kroatien - Zadar


Nutzung

  • Als Heilpflanze: Die Pflanze enthält Gerbstoffe, Allantoin und Schleime. Diese machte man sich in der Antike zunutze indem man Umschläge auf gereizte Hautpartien auftrug. Sie sollen bei Hautentzündungen, Ausschlägen, Darmentzündungen und Juckreiz helfen.
  • Als Zierpflanze: Dieser Steinsame erfreut sich großer Beliebtheit für die Pflanzung in schattigen, eher trockenen Beeten.


Giftigkeit

  • Die enthaltene Gifte: geringe Mengen von Pyrrolizidin-Alkaloiden wie Lithosenin und Acetyllithosenin sowie Saponine
  • Wirkung des Gifts: sie schädigen die Leber
  • Mögliche Symptome:
  • Mögliche Dauerschäden:
  • Funktion des Giftes gegen Fraßfeinde:


Weiterführende Links und Quellen

© Kroatiens Fauna und Flora, fauna i flora u Hrvatskoj