Artemisia absinthium Linné, 1753

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Senj 12/2013



Systematik


Trivialnamen

  • Deutsch: Wermut, Absinth
  • Kroatisch: pelin
  • Englisch: absinthium, wormwood
  • Französisch: grande absinthe
  • Italienisch: assenzio vero
  • Slowenisch: pravi pelin
  • Spanisch: ajenjo
  • Tschechisch pelyněk pravý
  • Ungarisch: fehér üröm


Wissenschaftlicher Name

Artemisia absinthium Linné, 1753


Namensherkunft

Griechisch Artemisia = die Fürstin Artemisia lebte 500 v.Chr. und bestritt zahlreiche Schlachten.


Basionym

  • Artemisia absinthium Linné, 1753


Synonyme

  • Absinthium vulgare (L.) Lamarck, 1779
  • Artemisia pendula Salisbury, 1796
  • Artemisia rhaetica Brügger, 1886


Schutzstatus

Artemisia absinthium Linné, 1753 ist in Kroatien nicht gefährdet und nicht geschützt.


Morphologie und Größe

Habitus

Artemisia absinthium Linné, 1753 Smil 180521 13906.jpg
Nin 07/2020
  • Mehrjährige Pflanze mit Blattrosette.
  • Aus dieser wachsen die Stängel senkrecht nach oben.
  • Die Blütenstängel sind verzweigt.
  • Höhe: bis 75 cm









Die Blüte

ArteAbs Senj 131209 7092.jpg
  • Die nickenden Blütenköpfchen bestehen aus zahlreichen kleinen Röhrenblüten. Sie öffnen sich zuerst.
  • Am Außenrand sitzen rein weibliche Blüten, in der Mitte zwittrige.
  • Geschützt wird das Köpfchen durch kurze, gekrümmte Hüllblätter, die stark behaart sind.
  • Blütezeit : Oktober bis Dezember
  • Durchmesser eines Köpfchens: 10 mm
  • Blütenfarbe: gelb













Die Frucht

  • Die länglichen Früchte sind Achänen.
  • Reifezeit: November bis Februar


Blatt und Stängel

  • Die Blätter der Grundrosette sind fiederteilig, die Fiedern sind breit.
  • Die Stängelblätter sind ebenfalls fiederteilig, haben aber schmälere Fiedern.
  • Unter den Blüten sitzen lange, schmale Blätter.
  • Alle Blätter sind dicht weiß behaart.
  • Die Stängel sind kreisrund und ebenfalls dicht weiß behaart. Die Oberfläche ist grob geriffelt.


Ökologie

Die Larven verschiedener Käfer leben in den Stängeln:

✔ Meliboeus graminis Panzer 1799: die Adulten leben meist auf Artemisia absinthium Linné, 1753 - Wermut, pelin, die Raupen in den Stängeln von Artemisia campestris Linné, 1753 - Feld-Beifuß, poljski pelin, Helichrysum italicum (Roth) G.Don, 1830 - Italienische Strohblume, smilje oder Vertretern der Gattung Centaurea Linné, 1753.


Lebensraum

Ruderalpflanze – sie wächst auf Ödland, in den Ritzen von Beton, an Wiesenrändern, oft auch kultiviert.


Geografische Verbreitung

  • Herkunft: Mediterran
  • Neue Vorkommen: In Amerika eingebürgert
  • Fundort: Kroatien – Bakarac, Senj, Vir



Nutzung

  • Als Essbare Pflanze: Wermut ist ein neben anderen Kräutern ein wichtiger Bestandteil verschiedener Bitterliköre.
  • Absinth, ein Schnaps aus Wermut, Fenchel, Anis und weiteren Kräutern, wurde erstmals im 18. Jahrhundert in der Schweiz hergestellt und rasch in ganz Europa populär. Vor allem in Frankreich liebten im ausgehenden 19. Jh. Künstler und Schriftsteller das Getränk, das bis zu 75 Volumenprozente Alkohol enthielt.
  • Wegen der starken Nebenwirkungen wurde der Absinth Anfang des 20. Jahrhunderts in vielen Länder verboten. Ab 1991 wurde das Verbot in vielen Ländern wieder aufgehoben, weil die schädliche Wirkung des Thujons nicht nachgewiesen wurde und man die Krankheiten auf den Alkohol zurückführt.
  • In Kroatien ist Wermut Hauptbestandteil des Pelinkovac, der heute eine beliebtes Souvenir ist. Mit ca. 30 % Alkohol ist er eher ein Liqueur. Bekannte Hersteller sind Dalmacijavino, Badel und natürlich Zadars Maraska.


  • Als Heilpflanze: Nach wie vor wird in Kroatien von der Firma Tinktura eine Tinktur aus Absinth angeboten, die gegen Würmer wirken soll. Aber auch Mikroorganismen sollen abgetötet werden. Daneben soll sie fiebersenken und entkrampfend sein.



Giftigkeit

  • Das enthaltene Gift: Thujon als Bestandteil des ätherischen Öls
  • Wirkung des Gifts: es indiziert Schwindel, Benommenheit, Wahnvorstellungen, Bewusstseinsstörungen, Krämpfe
  • Mögliche Erkrankungen: Nierenschäden
  • Mögliche Dauerschäden: Vergiftung, Schädigung des ZNS, Erblindung







Links und Quellen

© Kroatiens Fauna und Flora, fauna i flora u Hrvatskoj




  • Outcome of the consultation with Member States and EFSA on the basic substance application for Artemisia absinthium for use in plant protection as fungicide in wheat and as nematicide and insecticide in vegetables, EFSA supporting publication 2014:EN-665
  • Anita Aberham, Serhat Sezai Cicek, Peter Schneider, and Hermann Stuppner 2010: Analysis of Sesquiterpene Lactones, Lignans, and Flavonoids in Wormwood (Artemisia absinthium L.) Using High-Performance Liquid Chromatography (HPLC)−Mass Spectrometry, Reversed Phase HPLC, and HPLC−Solid Phase Extraction−Nuclear Magnetic Resonance, J. Agric. Food Chem., 2010, 58 (20), pp 10817–10823