Der Friedhof neben der Kirche Sv. Ambrozije: Unterschied zwischen den Versionen

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Als im Frühjahr 2020 die Arbeiten für die neue Kanalisation der Stadt begannen, musste dabei die Obala kralja Petra Krešimira IV, die auch an der Kirche Sv. Ambrozije entlangführt, aufgerissen werden.  
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Als im '''Frühjahr 2020''' die Arbeiten für die neue Kanalisation der Stadt begannen, musste dabei die '''Obala kralja Petra Krešimira IV''', die auch an der Kirche Sv. Ambrozije entlangführt, aufgerissen werden.  
  
 
Im Untergrund wartete auf die Arbeiter eine Überraschung, denn sie fanden Knochen und Gräber. Umgehend wurden Archäologen informiert, die nun das Gräber freilegen und nach und nach den umgebenden Untergrund weiter bearbeiten. Außerdem soll noch tiefer gegraben da vermutet wird, dass es darunter noch einen Friedhof aus der Zeit des Benediktinerklosters, also um 1.000 n.Chrm gibt. Dabei gibt es ein Problem zu meistern, denn der Meeresspiegel steht heute deutlich höher als vor 700 Jahren und man erkennt bereits in der aktuellen Ausgrabung, dass der Boden feucht ist. Dieses Forschungsprojekt ist für 2 Jahre geplant.  
 
Im Untergrund wartete auf die Arbeiter eine Überraschung, denn sie fanden Knochen und Gräber. Umgehend wurden Archäologen informiert, die nun das Gräber freilegen und nach und nach den umgebenden Untergrund weiter bearbeiten. Außerdem soll noch tiefer gegraben da vermutet wird, dass es darunter noch einen Friedhof aus der Zeit des Benediktinerklosters, also um 1.000 n.Chrm gibt. Dabei gibt es ein Problem zu meistern, denn der Meeresspiegel steht heute deutlich höher als vor 700 Jahren und man erkennt bereits in der aktuellen Ausgrabung, dass der Boden feucht ist. Dieses Forschungsprojekt ist für 2 Jahre geplant.  
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==Geschichte des Friedhofes neben der Kirche Sv. Ambrozije ==
 
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Da es sich hier um eine neue Ausgrabung handelt, gibt es natürlich noch keine fundierten Forschungsergebnisse. Dennoch können einige Aussagen zu diesem Friedhof gemacht werden.  
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Da es sich hier um eine neue Ausgrabung handelt, gibt es natürlich noch keine fundierten Forschungsergebnisse. Dennoch können bereits einige Aussagen zu diesem Friedhof gemacht werden.  
  
Die Gräber stammen aus dem 13. Jahrhundert, sind also der nebenan liegenden Kirche zuzuordnen. Dabei grenzt der Friedhof an der südlichen Seite an römische Mauern, die ebenfalls weiter untersucht werden sollen.  
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Die Gräber stammen aus dem '''13. Jahrhundert''', sind also der nebenan liegenden Kirche zuzuordnen. Dabei grenzt der Friedhof an der südlichen Seite an römische Mauern, die ebenfalls weiter untersucht werden sollen.  
  
 
Die Gräber selbst sind in einem guten Zustand, nur die Schädel sind durch den Druck der darüber liegenden Schichten eingedrückt. Kampfspuren sind nicht zu erkennen, sodass man von einem natürlichen Tod ausgehen kann.  
 
Die Gräber selbst sind in einem guten Zustand, nur die Schädel sind durch den Druck der darüber liegenden Schichten eingedrückt. Kampfspuren sind nicht zu erkennen, sodass man von einem natürlichen Tod ausgehen kann.  
  
Die Gräber sind, typisch für das Mittelalter und später, mehr oder weniger geradlinig angeordnet. Nur an der römischen Mauer sind sie schräg. Aktuell kann man drei Typen von Gräbern erkennen:
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Die Gräber sind, typisch für das '''Mittelalter''' und später, mehr oder weniger geradlinig angeordnet. Nur an der römischen Mauer liegen sie schräg.  
  
::✔ Einfache Gräber, die eng nebeneinander liegen und nur von wenigen Steinen umgrenzt sind. Dies könnten eventuell Gräber der Mönche sein.
 
::✔ Gräber, die eine massive Begrenzung aus großen Steinmauern haben. Hier wurde sicher ein höhergestellter Mensch begraben.
 
::✔ Ein Grab unterscheidet sich aber komplett von den anderen, es liegt direkt an der römischen Mauer. Es ist ein kleines Grab, in dem mindestens 6 Menschen beerdigt wurden. Und auch dieses Grab ist von einer massiven Einfassung aus groben Steinen umgeben. Hier liegt die Vermutung nahe, dass diese Menschen Opfer der Malaria wurden, die in dieser Zeit dort grassierte. Und da es auch im Mittelalter Aluhuträger gab, vermutete man, dass diese Krankheit vom Teufel kam. Und hat die Verstorbenen mit einer dicken Lage an Steinen umgeben, damit sie nicht wieder herauskommen konnten.
 
  
  
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Aktuell kann man drei Typen von Gräbern erkennen:
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::✔ Einfache Gräber, die eng nebeneinander liegen und nur von wenigen Steinen umgrenzt sind. Dies könnten eventuell Gräber der Mönche sein.
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::✔ Gräber, die eine massive Begrenzung aus großen Steinmauern haben. Hier wurde sicher ein höhergestellter Mensch begraben.
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::✔ Ein Grab unterscheidet sich aber komplett von den anderen, es liegt direkt an der römischen Mauer. Es ist ein kleines Grab, in dem mindestens 6 Menschen beerdigt wurden. Und auch dieses Grab ist von einer massiven Einfassung aus groben Steinen umgeben. Hier liegt die Vermutung nahe, dass diese Menschen Opfer der Malaria wurden, die in dieser Zeit dort grassierte. Und da es auch im Mittelalter Aluhuträger gab, vermutete man, dass diese Krankheit vom Teufel kam. Und hat die Verstorbenen mit einer dicken Lage an Steinen umgeben, damit sie nicht wieder herauskommen konnten.
  
 
==Bilder vom Friedhof neben der Kirche Sv. Ambrozije ==
 
==Bilder vom Friedhof neben der Kirche Sv. Ambrozije ==

Aktuelle Version vom 1. August 2020, 15:15 Uhr

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Wo finde ich den Friedhof neben der Kirche Sv. Ambrozije

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Als im Frühjahr 2020 die Arbeiten für die neue Kanalisation der Stadt begannen, musste dabei die Obala kralja Petra Krešimira IV, die auch an der Kirche Sv. Ambrozije entlangführt, aufgerissen werden.

Im Untergrund wartete auf die Arbeiter eine Überraschung, denn sie fanden Knochen und Gräber. Umgehend wurden Archäologen informiert, die nun das Gräber freilegen und nach und nach den umgebenden Untergrund weiter bearbeiten. Außerdem soll noch tiefer gegraben da vermutet wird, dass es darunter noch einen Friedhof aus der Zeit des Benediktinerklosters, also um 1.000 n.Chrm gibt. Dabei gibt es ein Problem zu meistern, denn der Meeresspiegel steht heute deutlich höher als vor 700 Jahren und man erkennt bereits in der aktuellen Ausgrabung, dass der Boden feucht ist. Dieses Forschungsprojekt ist für 2 Jahre geplant.

Die Skelette werden nach Zagreb zur Untersuchung geschickt. Danach sollen sie in Nin auf dem Friedhof der Stadt beerdigt werden. Es wurden auch einige wenige Artefakte wie Ringe gefunden. Auch diese werden in Zagreb untersucht und werden anschließend hoffentlich ihren Weg in das Museum Der Gold- und Silberschatz von Nin finden.

Geschichte des Friedhofes neben der Kirche Sv. Ambrozije

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Da es sich hier um eine neue Ausgrabung handelt, gibt es natürlich noch keine fundierten Forschungsergebnisse. Dennoch können bereits einige Aussagen zu diesem Friedhof gemacht werden.

Die Gräber stammen aus dem 13. Jahrhundert, sind also der nebenan liegenden Kirche zuzuordnen. Dabei grenzt der Friedhof an der südlichen Seite an römische Mauern, die ebenfalls weiter untersucht werden sollen.

Die Gräber selbst sind in einem guten Zustand, nur die Schädel sind durch den Druck der darüber liegenden Schichten eingedrückt. Kampfspuren sind nicht zu erkennen, sodass man von einem natürlichen Tod ausgehen kann.

Die Gräber sind, typisch für das Mittelalter und später, mehr oder weniger geradlinig angeordnet. Nur an der römischen Mauer liegen sie schräg.




Aktuell kann man drei Typen von Gräbern erkennen:

✔ Einfache Gräber, die eng nebeneinander liegen und nur von wenigen Steinen umgrenzt sind. Dies könnten eventuell Gräber der Mönche sein.
✔ Gräber, die eine massive Begrenzung aus großen Steinmauern haben. Hier wurde sicher ein höhergestellter Mensch begraben.
✔ Ein Grab unterscheidet sich aber komplett von den anderen, es liegt direkt an der römischen Mauer. Es ist ein kleines Grab, in dem mindestens 6 Menschen beerdigt wurden. Und auch dieses Grab ist von einer massiven Einfassung aus groben Steinen umgeben. Hier liegt die Vermutung nahe, dass diese Menschen Opfer der Malaria wurden, die in dieser Zeit dort grassierte. Und da es auch im Mittelalter Aluhuträger gab, vermutete man, dass diese Krankheit vom Teufel kam. Und hat die Verstorbenen mit einer dicken Lage an Steinen umgeben, damit sie nicht wieder herauskommen konnten.

Bilder vom Friedhof neben der Kirche Sv. Ambrozije














Weiterführende Literatur und Quellen

© Kroatiens Fauna und Flora, fauna i flora u Hrvatskoj