Škrljevo

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Kirche des Heiligen Herzens

Einführung

In den Hügeln über Bakar findet man den kleinen Ort Škrljevo. Bekannt wurde er im 19. Jahrhundert durch die Krankheit Morbus Skerlievo.


Lage von Škrljevo

Der Ort wirkt wie vergessen und leer. Aber der Schein trügt. Ein aktives Gemeindeleben und ein reger Basketballklub zeigen, dass dieser Ort lebt.



Ort Škrljevo
Land Kroatien
Postleitzahl 51223
In der Nähe von Bakar
Regierungsbezirk Primorsko-goranska županija
Autokennzeichen RI
Vorwahl +385 051
Homepage http://www.bakar.hr/ - mein Virenscanner stuft diese Seite als gefährlich ein.



Geschichte von Škrljevo


Im Jahr 1667 wurde Škrljevo unter dem Fürsten Petar Zrinki als Villa Sherglievo erstmals erwähnt. Zu diesem Zeitpunkt verfügte Mary Pavešić, dass dieses Stück Land vermacht wurde unter der Bedingung, dass der neue Besitzer den Sohn Stipan Pavešić unterstützt. Schriftlich dokumentiert wurde dieser Vertrag von John Grgotić. Ab 1850 erlebte Škrljevo einen Aufschwung: der neue Bahnhof verband den Ort mit anderen Städten.

Zwei Kirchen wurden erbaut: die 1897 erbaute und eingeweihte Kirche des Heiligsten Herzens, die heute noch die Pfarrkirche ist. Außerdem gab es in der Nähe des Bahnhofs die Kirche des Hl. Ambrosius, die allerdings 1907 abgerissen wurde. Sie stammt vermutlich aus dem 15. Jahrhundert. In dieser Kirche wurde bei der Restaurierung ein Stein mit glagolithischer Schrift gefunden. Das Dorf selbst ist ein langgestrecktes Straßendorf, das entlang der Via Carolina - der von Karl V. erbauten Straße - entstand.


Der Ort selbst gliedert sich in einen unteren Teil nahe der Eisenbahn und einen oberen Teil mit dem Zentrum und der Kirche.



Wissenswertes über Škrljevo


Ein kleiner, langgestreckter Ort erweckte meine Aufmerksamkeit. Warum? Da muss ich ein bisschen ausholen und euch eine Geschichte erzählen:

Zur Geschichte eines Ortes gehören für mich die Menschen und das, was sie erlebt haben oder wie sie gelebt haben. 1790 ist in der Nähe von Rijeka eine Epidemie ausgebrochen, für die keiner eine Erklärung hatte. Es gibt einige berühmte Persönlichkeiten, die sich dort infizierten und es gibt auch Schriften und Tabellen von betroffenen Familien zur Verhinderung der Promiskuität und damit der weiteren Ausbreitung.

Ich habe die Fakten in eine kleine Geschichte gepackt, die euch in das Jahr 1876 führt:


Sommerfrische in Skerlievo


„Warum soll ich denn alleine fahren“ überlegt der kleine, blasse Mann in der Kutsche. „Mein bester Freund wird mit Freuden die Tage mit mir am Meer verbringen“. Vorsichtig setzt er sich bequemer hin, und zieht den Vorhang am Fenster zu.

Die Kutsche biegt in die Langgasse ein, kurz hinter der Universität, und vorsichtig. Denn der Insasse war nicht für eine zurückhaltende Art den Dienern gegenüber bekannt. Zum Glück dauert es nicht mehr lange, dann ist das Palais erreicht. Und tatsächlich, er sieht durch das winzige Fenster der Kutsche wie der lange, schmiedeeiserne Zaun langsam aus dem dichten Nebel auftaucht. Endlich ist das Ziel erreicht.

Das große Tor wird von Dienern geöffnet und der Besucher kann ungehindert den Weg zum Palais zurücklegen. Vor dem großen Eingangstor wartet schon der Diener des Hauses, um den Gast hinein zu bitten. Ach ja, ich habe ja noch gar nicht gesagt, wer der ominöse Besucher ist. Dieser Herr, nennen wir ihn mal Herrn F. lebt im Wien des späteren 19. Jahrhunderts. Er ist bekannt, sehr bekannt und vor allem bei der Damenwelt beliebt. Seine Profession? Er war Arzt, bekannt in ganz Wien und äußerst rege. Aber er brauchte auch Abwechslung – so wie jetzt.

Mit großen Schritten passiert er die große Halle, am Eingang zur Küche vorbei ins Herrenzimmer. Der Diener konnte dem Gast gar nicht so schnell folgen. Herr F. öffnet ungeduldig die Tür und stürmt zum Sekretär. „Einen schönen Guten Tag lieber Franz, ich konnte leider nicht bis morgen warten, denn du musst sofort von meinen neuen Plänen erfahren“. Franz dreht sich um und zieht die Augenbrauen hoch: „Was hast du denn vor?“ „Wir werden morgen fahren, keinen Tag später. Lass deine Koffer packen, ich werde dich vor Sonnenaufgang abholen. Ich brauche dich, damit du übersetzen kannst“ Franz kannte seinen Freund, seine spontanen Entschlüsse. Aber jetzt war er doch erstaunt. Aber er erhielt keine Antwort, nur Andeutungen über eine Überraschung und ein paar Tage weg von Wien. Die Fahrt war lang, dank der neuen Eisenbahn über den Semmering aber nicht sehr mühsam. Danach ging es in einer nicht enden wollenden Fahrt durch die Bergwelt Richtung Fiume an der Küste. Kurz davor liegt ein kleiner Ort mit einem großen Kastel. „Skrievolo, wir fahren mach Skrievolo? Was denkst du dir dabei?“ Franz war außer sich. Zu gut waren ihm die Meldungen der letzten Jahre im Gedächtnis über eine geheimnisvolle Krankheit, die seit 80 Jahren diese Gegend heimsucht. Aber sein Freund ignoriert die Frage. Im Gegenteil, er macht Pläne für die nächsten Tage. Und die waren ausgefüllt mit Spielen, mit langen Gesprächen aber vor allem mit Besuchen von Fiume.

Der Stadt, in dem Mann alles bekommt, was er verlangt. Aber diesmal war es irgendwie anders. Schon beim ersten Besuch fällt ihnen auf, dass die Promenade jetzt Anfang April nicht stark frequentiert war. Wenige Mädchen flanieren und drehen kokett ihre Schirme – das fiel den beiden sofort ins Auge. Und es war schwierig, mit einer von ihnen ins Gespräch zu kommen. Seltsam, sonst reichte doch schon der Auftritt als Herr, das Blitzen der goldenen Taschenuhr oder das Lüften des Zylinders, um das Interesse zu wecken. Aber heute – nichts. So näherten sich die beiden einem Kaffee am Hafen. Eine Terrasse mit Blick auf die Boote sowie eine hübsche Kellnerin überredete sie, hier einzukehren. Sie nahmen direkt am äußersten Ende Platz, der Blick auf das Meer war überwältigend. Während sie auf Kaffee und Kuchen warteten, kamen sie ins Gespräch mit einem Mann am Nebentisch. Er sah sehr amtlich aus, mit Uniform und Waffen. Und er hatte ein riesiges Buch vor sich liegen, in das er akkurat Namen und Adressen aus seinem Notizbuch eintrug. Er bemerkte die Neugier der beiden und so kamen sie ins Gespräch, nein er erzählte ihnen von einer der schlimmsten Epidemien, die diese Gegend je heimgesucht hat.

Und er erklärt ihnen, was er so eifrig in das große schwarze Buch schreibt:

„Wir haben heute 1876, aber immer noch können wir dieses Grauen nicht verscheuchen. Es trat erstmals 1790 auf, als die französischen Truppen hier durchzogen. Erst erkrankten unsere Frauen und Mädchen. Die Krankheit hat sie entstellt, Löcher in ihre Haut gebrannt und sie litten an schweren Schmerzen. Nach und nach kamen immer mehr Kranke dazu. Aber auch Gäste, die hier waren, erkrankten schwer. Selbst unser ehrwürdiger Doktor Cambieri konnte dieser Seuche keinen Einhalt gebieten. Er hat sie studiert, hunderte Menschen angesehen, sie mit Quecksilber und Zinkoxid behandelt. Aber es hörte nicht auf. Schließlich mussten eigene Hospitäler gebaut werden, die sofort voll von Kranken waren. In Kraljevica wussten die Ärzte schließlich nicht mehr, wo sie die Kranken unterbringen konnten. Allein in der Heilanstalt an der Küste, die vom Staatsschatz errichtet wurde, wurden Anno 1820 1.061 Individuen behandelt. Von diesen genasen 704, 34 starben und 41 desertierten. 12 wurden in eine andere Heilanstalt gebracht und die restlichen verblieben hier. Es wurde sogar in den Medizinischen Jahrbüchern darüber berichtet und Ärzte zu unserer Hilfe entsandt. Trotzdem waren im letzten Jahr in und um Fiume mehr als 13.000 Menschen erkrankt. Machtlos stehen wir da, die Krankheit breitet sich aus, hat bereits Slowenien und Ungarn erreicht.

Seit vielen Jahren werden die Namen der Familien erfasst, in denen diese Krankheit ausgebrochen ist. Nur so können wir der Promiskuität und damit der weiteren Verbreitung Einhalt gebieten.“ Mit diesen Worten wandte sich der Mann ab und vertiefte sich wieder in seine Arbeit.

Die beiden Freunde aber beschlossen, so schnell wie möglich wieder abzureisen. Betroffen aber auch mit einem unguten Gefühl. Denn sie wussten nicht, ob nicht sie diejenigen sind, die diese Seuche nach Wien mitbringen.


Historischer Hintergrund ist der Ausbruch einer Geschlechtskrankheit, die nach dem Ort benannt wurde: Morbus Skerlievo Ende des 18. JH`s brach nahe Rijeka in Škrljevo eine rätselhafte Krankheit aus, deren Symptome mannigfaltig waren: Zeichen der Syphilis, Rachengeschwüre, Läsionen der Haut wie bei Lepra. Um 1800 begann die systematische Erforschung der Krankheit, da die Anzahl der Kranken und Toten immer mehr stieg.

Ebenso rätselhaft ist die Herkunft der Krankheit, mal sollen es französische Soldaten gewesen sein, mal Reisende aus dem Donaugebiet.

Der italienische Arzt Cambieri wurde beauftragt, die Krankheit zu untersuchen und Therapien zu finden. Er verfasste einen genauen klinischen Befund, den er in Italien veröffentlichte. Und er war es auch, der den Namen Morbus Skerlievo prägte und die Krankheit als eigenständig ansah. Aber auch er konnte den Ausbruch nicht stoppen, immer mehr Menschen der ländlichen Gebiete erkrankten. Zu dieser Zeit behandelte man die betroffenen Stellen mit Pflanzen: Arctium lappa und Bryonia dioica. Cambieri erweiterte die Behandlungsmethoden und setzte weitere Pflanzen (Aconitum napellum, Conium maculatum und Smilax aspera), neue Medikamente und heiße Bäder ein. Diese Anwendungen halfen, aber die Spitze der Epidemie war noch nicht erreicht.


Ja, und genau aus diesem Grund wollte ich sehen, was das für ein Ort ist, der für die Medizin sicherlich einzigartig war.

Sehenswertes in Škrljevo




Das Denkmal für die Gefallenen des 2. Weltkriegs



Die Schule

Gegenüber des Mahnmals steht die 1902 gegründete Schule der Stadt.












Links und Quellen

© Kroatiens Fauna und Flora, fauna i flora u Hrvatskoj


  • Die Richtlinien für Kroatiens Fauna und Flora: [[1]]





  • Auf der Homepage von Bakar findet man weitere Informationen. Ich verlinke sie allerdings nicht, weil mein Virenscanner diese Seite als gefährlich einstuft.