Morus alba Linné, 1758

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Kožino 06/2013


Dieser Baum ist eng mit Morus nigra Linné, 1758 - Schwarze Maulbeere, crni dud verwandt. Da ersterer neben weißen auch schwarze Früchte bilden kann, hier die wichtigesten Unterscheidungsmerkmale:


Art Morus alba Linné, 1758 Morus nigra Linné, 1758
Wuchsform Groß mit deutlicher Krone Kleiner und eher buschig mit vielen feinen Ästen
Blätter Umriss unregelmäßig, manchmal gelappt. Oberfläche glänzend. Ausgezogen herzförmig, Oberfläche rau.
Fruchstand Fruchtstand lang gestielt, Früchte weiß bis schwarz Fruchtstand direkt am Holz sitzend, Früchte schwarz



Systematik


Trivialnamen

  • Deutsch: Weiße Maulbeere
  • Kroatisch: bijeli dud, bijela murva
  • Englisch: white mulberry
  • Französisch: mûrier blanc
  • Italienisch: gelso bianco, moro bianco
  • Slowenisch: murva, robidnico
  • Spanisch: morera blanca
  • Tschechisch moruše
  • Ungarisch: fehér eperfa


Wissenschaftlicher Name

Morus alba Linné, 1758


Namensherkunft

Lateinisch morus = Maulbeerbaum

Lateinisch albus, -a, -um = weiß

Der kroatische Name dud kommt aus dem Türkischen, wo der Baum dut heißt.


Basionym

Morus alba Linné, 1758


Synonyme

  • Morus latifolia Poiret, 1797
  • Morus atropurpurea Roxburgh, 1832
  • Morus chinensis Lodd. ex Loudon, 1838


Schutzstatus

Morus alba Linné, 1758 ist in Kroatien nicht gefährdet und nicht geschützt.


Morphologie und Größe

Habitus

Kožino 04/2017
Junger Baum, Vir 04/2018
  • Der Maulbeerbaum ist ein mehrjähriger, sommergrüner Baum.
  • Der Baum wächst knorrig, die Krone ist oval und dicht.
  • In Europa und auch in Kroatien wird er kultiviert.
  • Er ist frostbeständig bis -23o C.
  • Höhe: bis 10-15 Metr







Die Blüte

Vir 04/2021
  • Die Blüten sind eingeschlechtlich.
  • Männliche und weibliche sind auf einem Baum.
  • Die männlichen Blüten sind sehr klein und bilden kleine Kätzchen. Die weiblichen Blütenstände sind deutlich länger.
  • Blütezeit : April-Mai
  • Durchmesser der Blüte: 3 mm
  • Blütenfarbe: grün









Die Frucht

Kožino 06/2013
  • Die Früchte sind Beeren, die dicht an dicht sitzen.
  • Der Fruchtstand sitzt auf einem langen Stiel und kann bis 2 cm lang werden.
  • Reifezeit: Juni - Juli









Unreife Frucht, Kožino 04/2013
Frucht, Kožino 06/2013
Frucht, Kožino 06/2013



Blatt und Stamm

Kožino 04/2013
  • Die Blätter stehen wechselständig, sie sind in der Form sehr variabel. Die Basis der Spreite ist herzförmig, der Rest unregelmäßig oder gelappt.
  • Sie sind lang gestielt, die Oberseite ist dunkelgrün glänzend.
  • Der Blattrand ist dicht gezähnt.
  • Die Adern können auf der Unterseite behaart sein.
  • Gerader Stamm mit grauer Rinde, die im Alter rissig wird.
  • Jüngere Äste können orange sein.









Ökologie

  • Der Weiße Maulbeerbaum wird nach wie vor in China für die Seidenraupen-Zucht kultiviert.
Icerya purchasi Maskell, 1879 - Australische Woll-Schildlaus, narančin crvac
  • Die Larven vom Ascotis selenaria Denis & Schiffermüller, 1775 – Schlehenhecken Grau-Spanner ernähren sich von den Blättern. Bei starkem Befall können sie den Baum völlig entlauben.


Lebensraum

In Europa und damit auch in Kroatien wird er in Gärten kultiviert.


Geografische Verbreitung

  • Herkunft: China
  • Weitere Vorkommen: Europa, Südeuropa
  • Fundort: Kroatien - Kožino


Nutzung

Als Essbare Pflanze:

  • Die Früchte schmecken frisch am besten. Sie sind leicht süß. Man kann sie aber auch trocknen oder Marmelade kochen.
  • Aus den getrockneten Blättern kann man einen Tee zubereiten.
  • Inhaltsstoffe Blätter: hoher Anteil an Proteinen, Kalzium, Eisen, Vitamine, Karotin
  • Das Alkaloid 1-Deoxynojirimycin wirkt sich positiv auf den Blutzuckerspiegel aus.
  • Auch in der Kosmetik werden Extrakte aller Pflanzenteile eingesetzt. Sie sollen antibakteriell wirken und das Hautbild verschönern.


Als Heilpflanze:

  • In China wird die Frucht gegen Diabetes eingesetzt. Die Rinde ist ein Heilmittel gegen Ödeme und Husten.
  • Die Blätter enthalten eine hohe Konzentration an Rutin, das eine hohe antioxidative Wirkung hat.


Seidenproduktion

  • Der Weiße Maulbeerbaum wird seit Jahrhunderten für die Zucht des Seidenspinners Bombyx mori Linné, 1758 gezüchtet.
  • Ursprünglich nur in China wurde die Produktion ab dem 17. Jahrhundert auch in Europa mehr und mehr gefördert. Dafür wurden in den großen Städten Plantagen mit Maulbeerbäumen gepflanzt.
  • Eine Besonderheit gab es in Italien. Hier wurden zweihäusige Bäume gezüchtet, also solche mit männlichen und solche mit weiblichen Blüten. Für die Zucht der Schmetterlinge wurden die männlichen verwendet. Das hatte den großen Vorteil, dass die Kokons nicht mit dem Saft der Früchte verschmutzt wurden. Außerdem trieben diese Bäume deutlich größere Blätter. ( → Siehe Links und Quellen)

Krankheiten und Schäden

Kožino 04/2018

Im Februar 2018 kam ein starker Wintereinbruch mit Salzbura, der dem Baum sehr geschadet hat.













Links und Quellen

© Kroatiens Fauna und Flora, fauna i flora u Hrvatskoj




  • Dr. Anton Hoffmann 1839: Handbuch der fränkischen Seide-Erzeugung. Beim Verfasser und in Commission der Stahel'schen Buchhandlung. Würzburg, 1839