Heliotropium europaeum Linné, 1753

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Otok Vir 09/2019



Heliotropium europaeum Linné, 1753 - Europäische Sonnenwende, Europska bradavka


Diese hochgiftige Pflanze stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum, breitet sich aber langsam Richtung Norden aus. Vor allem Pferdebesitzer werden sie sicher zukünftig beobachten müssen, denn selbst der Verzehr von Samen, die im Heu sind, kann für das Tier tödlich enden.

Die Sonnenwende ist ein bestens angepasster Therophyt, dessen Blätter, Stängel und Kelchblätter zum Schutz gegen die Sonne mit dichten, weißen Haaren besetzt sind.

Die winzigen Blüten stehen in Wickeln, die zuerst dicht zusammengerollt sind. Mit dem Öffnen der oberen Blüten entrollt sich der Wickel und die Klausenfrüchte haben Platz sich zu entwickeln.


Heliotropium europaeum Linné, 1753 - European turnsole, Europska bradavka

The origin of this highly toxic plant is the Mediterranean area, but is slowly spreading northwards. In particular, owners of horses will have to monitor them in future carefully, because even the consumption of seeds staying in the hay can be fatal for the animal.

The heliotrope is a well-adapted therophyte, leaves, stems and sepals are covered with robust white hair, protecting them against the sun.

The tiny blossoms are arranged in reels which initially are tightly rolled up. When the upper blossoms flourish, the reel unrolls and the schizocarp fruits have space to develop.




Systematik

  • Klasse Magnoliopsida Brongniart, 1843 - Bedecktsamer, kritosjemenjače
  • Unterklasse Asteridae Takhtajan, 1967
  • Gruppe Eudikotyledonen
  • Gruppe Asteriden - Asternartige
  • Gruppe Euasteriden I
  • Ordnung Boraginales Berchtold & Presl, 1820 – Raublattartige, boražinolike
  • Familie Boraginaceae Jussieu, 1789 - Raublattgewächse, porečnice
  • Unterfamilie Heliotropioideae Arnott, 1832
  • Tribus Heliotropieae Dumortier, 1827
  • Gattung Heliotropium Linné, 1753 - Sonnwenden, bradavka


Trivialnamen

  • Deutsch: Europäische Sonnenwende
  • Kroatisch: Europska bradavka, trava od vitra, sunčac
  • Englisch: European turnsole
  • Französisch: héliotrope d'Europe
  • Italienisch: eliotropio selvatico
  • Slowenisch: navadna posončnica
  • Spanisch: herba berruguera, hierba verruguera
  • Tschechisch otočník evropský
  • Ungarisch: európai kunkor


Wissenschaftlicher Name

Heliotropium europaeum Linné, 1753


Namensherkunft

Griechisch ήλιος, hélios = die Sonne

Griechisch tropos, τρόπος = Art, Verfahren, Wendung – die Blätter zeigen immer zur Sonne

Lateinisch europaeum = europäisch


Basionym

Heliotropium europaeum Linné, 1753


Synonyme

  • Heliotropium majus Garsault, 1764
  • Heliotropium vulgare Gaterau, 1789
  • Heliotropium commutatum Schultes, 1819
  • Heliotropium gymnocarpum Borbás, 1876
  • Heliotropium album Saint-Lager, 1889
  • Heliotropium dioscoridis Bubani, 1897


Schutzstatus

Heliotropium europaeum Linné, 1753 ist in Kroatien nicht gefährdet und nicht geschützt.


Morphologie und Größe

Habitus

Habitus, Otok Vir 09/2011
  • Die Sonnenwende ist einjährig.
  • Sie wächst hoch und ist reich verzweigt.
  • Vor allem im unteren Bereich wächst sie sehr dicht.
  • Je nach Standort kann sie auch fast kriechend oder sparrig wachsen.
  • Höhe: bis 35 cm








Die Blüte

Blüte, Otok Vir 09/2011
  • Die kleinen Blüten stehen in Wickeln wobei sie sich von unten nach oben öffnen. Dabei entfaltet sich der Wickel und wird gerade.
  • Sie sind radiärsymmetrisch und haben eine ausgeprägte Kronröhre.
  • Die Kronblätter sind an der Basis verwachsen.
  • Die weißen Staubblätter ragen weit aus der Blüte heraus.
  • Die Kelchblätter sind schmal und ragen zur Krone. Sie sind mit langen, weißen Haaren besetzt.
  • Blütezeit: August bis September
  • Durchmesser der Blüte: 5 mm
  • Blütenfarbe: weiß. Der Schlund ist grün und hat bei manchen Pflanzen oben einen gelben Rand.






Die Frucht

Frucht, Otok Vir 10/2018
  • Aus den Blüten entwickeln sich 4-teilige, kahle Klausenfrüchte.
  • Sie sind noch in die Kelchblätter eingebettet, die allerdings jetzt nach außen gespreizt sind.
  • Bei Reife zerfällt die Frucht in 4 etwa 2 mm große Nüsschen.
  • Die Nüsschen sind mandelförmig und flach gedrückt.
  • Ihre Oberfläche ist runzelig.
  • Reifezeit: September - Oktober








Blatt und Stängel

Blatt, Otok Vir 09/2019
  • Die kurz gestielten Blätter sind elliptisch und dicht behaart.
  • Sie stehen wechselständig
  • In den Blattachseln entwickeln sich neue Seitentriebe.
  • Die Blätter sind kurz gestielt.
  • Die Stängel sind kreisrund und relativ weich.
  • Sie sind hellgrün und dicht weiß behaart.








Ökologie

Otok Vir 08/2021

Tatsächlich findet man auf dieser Pflanze nur wenige Insekten. Nicht einmal Blattläuse trauen sich hier, den giftigen Saft zu trinken. Allerdings wird in der Literatur eine Art beschrieben, die auch die Sonnenwende als Nahrungspflanze verwendet. Ich habe nur eine Wanzennymphe gefunden, die gesaugt hat. Ob die den Giftcocktail überlebt hat, kann ich nicht sagen.

✔ Zizeeria karsandra Moore, 1865 aus der Familie Lycaenidae Leach, 1815 - Bläulinge, plavci
✔ Utetheisa pulchella Linné, 1758 - Harlekinbär aus der Familie Erebidae Leach, 1815 – erebide, die Raupen sind polyphag und fressen unter anderem auch an der Sonnenwende.
✔ Longitarsus cerinthes Schrank, 1798
✔ Longitarsus albineus Foudras, 1860
  • Folgende Pilze befallen Heliotropium europaeum Linné, 1753:
✔ Uromyces heliotropii Sredinski, 1896 wächst monphag 2. Grades auf Arten der Familie Boraginaceae Jussieu, 1789 - Raublattgewächse, porečnice
✔ Leveillula taurica (Léveillé) Arnaud, 1921


Lebensraum

Otok Vir 09/2019
  • Die Pflanze bevorzugt warme, trockene Habitate, die Böden müssen kalkhaltig sein.
  • Sie ist ein gut angepasster Therophyt
  • Heliotropium europaeum Linné, 1753 ist Charakterart von folgendem EUNIS-Habitat:
✔ V34 – Trampled xeric grassland with annuals








Geografische Verbreitung

  • Herkunft: Mittelmeerraum
  • Weitere Vorkommen: Mittlerweile in allen wärmeren Regionen der Welt verbreitet. Gilt in Amerika als invasi´v
  • Fundort: Kroatien - Otok Vir


Nutzung

Es ist keine Nutzung von Heliotropium europaeum Linné, 1753 bekannt.


Giftigkeit

  • Alle Pflanzenteile sind hochgiftig
  • Das enthaltene Gift: Pyrrolizidinalkaloide wie Heliotrin und Cynoglossin
  • Wirkung des Gifts: Vor allem Cynoglossin wirkt stark auf das Herz. Die Frequenz wird erhöht und es kann zum Herzstillstand kommen. Es sind Gifte, die auch bei Tieren ihre tödliche Wirkung entfalten können, denn auch die Samen enthalten eine hohe Konzentratien der Alkaloide.
  • Mögliche Symptome: Steigerung der Herzfrequenz, Atemlähmung
  • Mögliche Dauerschäden: im schlimmsten Fall der Tod
  • Funktion des Giftes gegen Fraßfeinde: Es wirkt sehr effizient gegen saugende Insekten.


Weiterführende Links und Quellen

© Kroatiens Fauna und Flora, fauna i flora u Hrvatskoj




  • Chytrý et al.: EUNIS-ESy: Expert system for automatic classification of European vegetation plots to EUNIS habitats (Version 2021-06-01) [Data set]. Zenodo. http://doi.org/10.5281/zenodo.4812736