Carduus nutans Linné, 1753

Aus Kroatiens Fauna und Flora
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Zygaena filipendulae Linné, 1758, Vir 05/2013


Carduus nutans Linné, 1753 - Nickende Distel, poniknuti stričak

Mit ihrem äußerst wehrhaften Auftreten hält sie Freund und Feind von sich fern. Sie ist eine der Pflanzen, die man entlang der Küste und auf den Inseln fast überall antrifft, und auch in Mitteleuropa ist sie Bestandteil der Flora.

Die nickende Distel ist ein wahres El-Dorade für jeden, der sich für Lebensgemeinschaften interessiert. Käfer, Wanzen, Zweiflügler und Schmetterlinge gehören zu ihren Bewohnern oder Besuchern. Und dort, wo reiche Beute ist, finden sich natürlich auch die Räuber wohl.

Auf der Insel Vir scheinen die Voraussetzungen für ein besonderes Phänomen besonders gut zu sein. Denn hier habe ich Verbänderungen an vielen verschiedenen Pflanzen gefunden. Auch die Nickende Distel gehört dazu.


Carduus nutans Linné, 1753 - musk thistle, poniknuti stričak

With her extremely defensive appearance she keeps friend and enemy far away . She is one of the plants that can be found almost everywhere along the Adriatic coast and on the islands. In Central Europe she is also part of the flora.

The musk thistle is a true El Dorado for anyone interested in biocoenosis. Beetles, bugs, dipterans and butterflies are among their inhabitants or visitors. And where is rich prey, of course, carnivorous feel well.

On the island of Vir, the conditions for a special phenomenon seem to be very good. Here I have found fasciations on many different plants. One of them is the nodding thistle.


Systematik


Trivialnamen

  • Deutsch: Nickende Distel, Bisamdistel
  • Kroatisch: badelj, bodičevje, klimavi stričak, poniknuti stričak
  • Englisch: musk thistle, nodding thistle
  • Französisch: chardon penché
  • Italienisch: cardo rosso
  • Slowenisch: kimasti bodak
  • Spanisch: cardilla
  • Tschechisch níní bodlák
  • Ungarisch: bókoló bogáncs


Wissenschaftlicher Name

Carduus nutans Linné, 1753


Namensherkunft

Lateinisch carduus = Distel Lateinisch nutare = nicken, schwanken


Basionym

Carduus nutans Linné, 1753


Synonyme

  • Ascalea nutans (Linné) Hill, 1768
  • Carduus armenus Boissier, 1875
  • Carduus phyllolepis Willkomm, 1891
  • Carduus coloratus Tamamschjan, 1953
  • Carduus schischkinii Tamamschjan, 1953


Schutzstatus

Carduus nutans Linné, 1753 ist in Kroatien nicht gefährdet und nicht geschützt.



Morphologie und Größe

Habitus

Habitus, Dugopolje 06/2011
  • 2jährige hochwachsende Distel mit wenigen Verzweigungen
  • Wächst je nach klimatischen Bedingungen (Bura) hoch oder niedrig.
  • Höhe: bis 80 cm in Dalmatien, bis 100 cm in Mitteleuropa













Die Blüte

Blüte, Vir 04/2013
  • Unzählige Röhrenblüten bilden große, halbkugelförmige Blütenköpfe.
  • Die Einzelblüten sind Röhrenblüten mit einer langen Kronröhre.
  • Oben teilt sich die Röhre in fünf fadenförmige Enden, die weit gespreizt sind.
  • Die Narbe ragt hoch heraus, sie ist hellviolett.
  • Die Kelchblätter sind schuppenförmig angeordnet. Sie umschließen die Knospe und öffnen sich dann.
  • Bei den verschiedenen Unterarten können sie unterschiedlich ausgeprägt sein: schmal und kurz, schmal und lang oder breit und lang.
  • Blütezeit : April bis Juli
  • Durchmesser der Blüte: mm
  • Blütenfarbe: rosa







Die Frucht

Frucht, Vrana See 06/2014
  • Die Frucht ist eine Achäne.
  • Der Samen ist braun und länglich-oval sowie flach.
  • Die Oberfläche ist buckelig
  • Der Pappus ist weiß und besteht aus zahlreichen feinen Haaren.
  • Reifezeit: Ab Juni










Blatt und Stängel

Stängel,


Austrieb

  • Bereits im Januar beginnt der Austrieb. Aus der Mitte der Grundrosette wachsen Blütenstängel, die beblättert sind.
  • Zuerst ist der Wuchs sehr kompakt, die ersten Blüten erscheinen im März.
  • Ab April schießen die Stängel in die Höhe und es bilden sich den ganzen Sommer über neue Seitentriebe und Blüten.





Die Unterarten

  • Die Pflanze ist dicht behaart, die Kronblätter sind lang und schmal
  • Die Pflanze ist insgesamt zierlicher, dafür hat sie mehr Triebe. Die Blätter sind kürzer

Ökologie

Carduus nutans Linné, 1753 ist Nektar- bzw. Raupenfutterpflanze für folgende Vertreter der Ordnung Lepidoptera Linné, 1758 – Schmetterlinge, leptiri:

✔ Agonopterix carduella Hübner, 1817
✔ Coleophora trochilella Duponchel, 1843
✔ Cochylis posterana Zeller, 1847
✔ Scrobipalpa acuminatella Sircom, 1850
Zygaena filipendulae Linné, 1758 - Sechsfleck- Widderchen, Ivanjska ptičica





Carpocoris mediterraneus Tamanini, 1958 - Mittelmeer-Baumwanze aus der Familie Pentatomidae Leach, 1815 - Baumwanzen smrdljive stjenice
Carpocoris purpureipennis de Geer, 1773 - Purpur-Baumwanze aus der Familie Pentatomidae Leach, 1815 - Baumwanzen smrdljive stjenice
Odontotarsus robustus Jakovlev, 1883 aus der Familie Scutelleridae Leach, 1815 Schildwanzen







Larinus (Phyllonomeus) sturnus Schaller, 1873 - Distel-Rüsselkäfer aus der Familie Curculionidae Latreille, 1802 - Rüsselkäfer, skorovača – saugt Säfte, Larvalentwicklung in den Stängeln
Cetonia aurata Linné, 1761 - Gemeiner Rosenkäfer, zlatna mara aus der Familie Scarabaeidae Latreille, 1802 - Blatthornkäfer, truležari – Adulte fressen Nektar und Pollen
Oxythyrea funesta Poda, 1761 - Trauer-Rosenkäfer, zlatne mare aus der Familie Scarabaeidae Latreille, 1802 - Blatthornkäfer, truležari – Adulte fressen Nektar und Pollen
Agapanthia cardui Linné, 1767 - Weißstreifiger Distelbock aus der Familie Familie Cerambycidae Latreille, 1802 - Bockkäfer, strizibube – saugt Säfte, Larvalentwicklung in den Stängeln
Protaetia (Eupotosia) affinis Andersch, 1797 - Ähnlicher Rosenkäfer aus der Familie Scarabaeidae Latreille, 1802 - Blatthornkäfer, truležari – Adulte fressen Nektar und Pollen
Chrysolina (Synerga) coerulans Scriba, 1791 - Himmelblauer Blattkäfer aus der Familie Chrysomelidae Latreille, 1802 - Blattkäfer, zlatnice
Oxythyrea funesta Poda, 1761 - Trauer-Rosenkäfer, zlatne mare frisst sich an den Pollen satt.



Die Larven folgender Vertreter der Ordnung Diptera Linné, 1758 - Zweiflügler, dvokrilci minieren in Blättern oder Stängeln von Carduus nutans Linné, 1753:

✔ Pegomya steini Hendel, 1925


Aculepeira ceropegia Walckenaer, 1802 - Eichblatt-Radspinne
Xysticus cristatus Clerck, 1757 - Kamm-Buschkrabbenspinne








Verbänderung

Bei manchen Pflanzen und auf manchen Standorten kommt es zu spontanen Mutationen in der Sprossachse. Die Pflanze teilt sich unvollständig und es entstehen Mehrlinge, die bei dieser Pflanze eine Einheit bilden.

Mehr Informationen über diese Anomalie und weitere Pflanzen findet ihr auf meiner Seite Verbänderung.












Lebensraum

Bad Abbach 07/2012
  • Diese Distel liebt kalkige, sonnige Böden.
  • Man findet sie deshalb in offenen, spärlich bewachsenen Habitaten genauso wie auf Schotterplätzen, an Müllhalden oder als Pionierpflanze auf offenen Böden.
  • Carduus nutans Linné, 1753 ist Charakterart von folgendem EUNIS-Habitat:
✔ S2-4 - Balkan subalpine genistoid scrub
















Geografische Verbreitung

  • Herkunft: Europa
  • Neue Vorkommen: In Amerika und Neuseeland invasiv
  • Fundort: Kroatien - Nin, Vir, Dugopolje.
D – Bad Abbach


Nutzung

  • Als Essbare Pflanze: Verwendet werden junge Pflanzen. Die Blätter müssen allerdings von den Stacheln befreit werden, dann können sie als Gemüse zubereitet werden. Und auch das Mark junger Stängel kann gekocht und wie Spargel verwendet werden.








Weiterführende Literatur und Quellen

© Kroatiens Fauna und Flora, fauna i flora u Hrvatskoj