Smilax aspera Linné, 1753

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♂ Blüten, Vir 10/2013



Systematik


Trivialnamen

  • Deutsch: Raue Stechwinde, Sarsaparille
  • Kroatisch: cvrena tetivka, tetivica, šljoka
  • Englisch: rough bindweed, sarsaparille
  • Französisch: salsepareille
  • Italienisch: stracciabrache, salsapariglia nostrana
  • Slowenisch: hrapavi oponec
  • Spanisch: sarsaparrella, arinjol
  • Tschechisch přestup drsný
  • Ungarisch: xxx


Wissenschaftlicher Name

Smilax aspera Linné, 1753


Namensherkunft

Lateinisch smilax = geht auf das Griechische zurück. Dieser Name wurden von römischen Schriftstellern wie Ovid für verschiedene stachelige Pflanzen verwendet.

Lateinisch aspera = Rau

Namensherkunft des Trivialnamens Sarsparilla: dieser stammt vom spanischen Wort zarzaparrilla ab, das wiederum auf das baskische Wort zartzia zurückgeht: zartzia heißt Dorn und parra Wein. Daneben gibt es noch die These, dass es vom Namen Parillo stammt. Das war ein Arzt, der angeblich die Wirkstoffe erkannt hat.


Basionym

Smilax aspera Linné, 1753


Synonyme

  • Smilax tetragona Linné f., 1782
  • Smilax aspera var. angustifolia DeCandolle, 1805
  • Smilax nigra Willdenow, 1806
  • Smilax pendulina Lowe, 1833
  • Smilax goetzeana Engler, 1901


Schutzstatus

Smilax aspera Linné, 1753 ist in Kroatien nicht gefährdet und nicht geschützt.


Morphologie und Größe

Habitus

  • Die Stechwinde ist ein ganz besonderes Florenelement. Sie macht ihrem Namen Baumwürger alle Ehre. Hat ein Samen einmal gekeimt, rankt sich die Pflanze um Bäume und Sträucher bis diese mangels Licht absterben.
  • Die Triebe wachsen nach und nach ineinander, sodass ein undurchdringliches Dickicht entsteht.
  • Länge der Triebe: bis 15 Meter


Die Blüte

  • Die Pflanzen sind diözisch, es gibt Pflanzen mit männlichen und welche mit weiblichen Blüten.
  • Die Blüten sitzen in einer langgezogenen Ähre.
  • Die relativ kleinen Blüten bilden eine Ähre und sitzen am Ende einer Ranke. Sie duften unglaublich intensiv.
  • Männliche Blüten haben lange, schmale Kronblätter, die Staubgefäße ragen weit heraus.
  • Weibliche Blüten sind etwas kleiner, bei ihnen erkennt man den oberständigen Fruchtknoten.
  • Blütezeit : September - Oktober
  • Durchmesser der Blüte: mm
  • Blütenfarbe: weiß


Die Frucht

  • Die Früchte sind Beeren, die anfangs grün sind und später knallrot werden.
  • Reifezeit: Oktober - November


Blatt und Stängel

  • In der Größe und Färbung sind sie recht variabel. Man findet längliche oder kurze und breite Blätter. Manche sind eher herzförmig, manche pfeilförmig. Außerdem gibt es völlig grüne oder weiß panaschierte.
  • Der Blattstiel trägt Dornen, der Blattrand nicht immer. Mit deren Hilfe können sie sich besser an anderen Pflanzen festhalten.


Ökologie

  • Der reichhaltige Nektar der Blüten lockt im Frühling viele Insekten an. Diese sorgen für die Bestäubung.


✔ Grammodes bifasciata Petagna, 1786 aus der Überfamilie Noctuoidea Latreille, 1809 - Eulenfalter
✔ Ditula angustiorana Haworth, 1811 aus der Familie Tortricidae Stephens, 1829 - Wickler, savijači


  • Aber auch andere Insekten ernähren sich von ihrem Pflanzensaft:
Ceroplastes rusci Linné, 1758 - Feigen-Schildlaus, smokvin medić
✔ Aspidiotus nerii Bouche, 1833 – Oleanderschildlaus


  • Die Früchte sind Futter für viele Vögel:
✔ Turdus merula Linné, 1758 - Amsel
✔ Cyanistes caeruleus Linné, 1758 - Blaumeise


  • In manchen Jahren kommt es zu einem sehr starken Befall durch das Smilax Virus. Folge sind ringförmige Schäden in den Blättern. Vermutlich gehört es zu den Potyviridae, zu denen die meisten Pflanzenviren gehören. Übertragen wird dieses Virus durch Aphididae Latreille, 1802 - Röhrenblattläuse, lisne uši aus der Unterordnung Sternorrhyncha Latreille 1807 – Pflanzenläuse, jednakokrilci.
  • Quelle:
Irmtraud Thaler et al.: Investigation of Ring Spot Virus Disease of Smilax aspera L. (Liliaceae); Phyton (Horn, Austria), Vol 40, pp 303-313, 2006


Lebensraum

Die Raue Stechwinde liebt es warm und kommt hauptsächlich rund um das Mittelmeer vor. Allerdings hat er bereits den Sprung in wärmere Gebiete Mitteleuropas geschafft.



Geografische Verbreitung

  • Herkunft: Mittelmeerraum
  • Weitere Vorkommen: Invasiv in Indien und Sri Lanka
  • Fundort: Kroatien - Nin, Vir, Vrsi


Nutzung

  • Wegen ihrer Häufigkeit und der kräftigen Farbe der Beeren sollen ihre Pigmente künftig verwendet werden.
  • Als Essbare Pflanze: Die Wurzel wird für ein Getränk verwendet, die jungen Triebe gekocht als Spargelersatz.
  • Als Heilpflanze: Sowohl in Europa als auch in Asien wird Smilax als Heilpflanze verwendet. Dabei wurde einem Sud aus der Wurzel eine aphrodisierende Wirkung zugesprochen.
Ihre aktiven Wirkstoffe sind zwei verschiedene Anthocyane sowie Saponine und Glukoside. Verwendet wird vor allem die Wurzel. Auf der Haut auch die Beeren.
Diese wirken schweißtreibend und blutreinigend, aber auch entzündungshemmend. Sie wurde aber auch erfolgreich bei der Bekämpfung von Syphilis oder Borreliose eingesetzt.
Die Inhaltsstoffe stärken das Immunsystem, wirken antibakteriell (Haut) und entgiftend.
Allerdings sollen Menschen mit einer Nierenerkrankung, Allergiker und Diabetiker von einer Anwendung absehen.
Der italienische Arzt Cambieri behandelte Ende des 19. Jahrhunderts Patienten, die an Morbus Skerlievo erkrankt waren, mit dieser Pflanze








Links und Literatur

© Kroatiens Fauna und Flora, fauna i flora u Hrvatskoj





  • Luigia Longo, Giuseppe Vasapollo 2004: Extraction and identification of anthocyanins from Smilax asperaL. Berries, Food Chemistry Vol 94 2006, Issue 2, pp 226-231
  • Stefano Bedini, Andrea Maremmani, M. Giovannetti 2000: Paris-type mycorrhizas in Smilax aspera L. growing in a Mediterranean scherophyllous wood. Mycorrhiza Volume 10, Issue1, pp 9-13