Hyoscyamus albus Linné, 1753

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Ražanac 06/2012

Das Bilsenkraut – magische Pflanze, Hexenpflanze, Orakelpflanze. Und dieses Exemplar wuchs direkt an der Kirche von Ražanac.

White henbane - magic plant, witches plant, plant of oracles. And this specimen I found right beside the church of Ražanac.



Systematik


Trivialnamen

  • Deutsch: Weißes Bilsenkraut
  • Kroatisch: bijela bunika, bunica, mantimjenat
  • Englisch: white henbane
  • Französisch: jusquiame blanche
  • Italienisch: giusquiamo bianco
  • Slowenisch: xxx
  • Spanisch: adormidera de zorra, flor de la muerte, beleño blanco
  • Tschechisch xxx
  • Ungarisch: xxx


Wissenschaftlicher Name

Hyoscyamus albus Linné, 1753

Namensherkunft

Lateinisch cyamus = ägyptische Bohne

Lateinisch albus = weiß, bleich


Basionym

  • xxx


Synonyme

  • Hyoscyamus major Miller, 1768
  • Hyoscyamus luridus Salisbury, 1796
  • Hyoscyamus varians Visiani, 1829


Schutzstatus

Hyoscyamus albus Linné, 1753 ist in Kroatien nicht gefährdet und nicht geschützt.



Morphologie und Größe

Habitus

Habitus, Ražanac 06/2012


  • Zweijährige Pflanze mit dichter Behaarung
  • Höhe: bis 80 cm








Die Blüte

  • Sie ist 5-zählig, wobei unten eine Lücke zwischen zwei Kronblättern ist.
  • Die Kronblätter bilden eine kurze Kronröhre. An deren Ende sind sie nach außen geklappt
  • Die Staubblätter ragen etwas aus der Blüte heraus
  • Die fünf Kelchblätter bilden einen geschlossenen Kelch mit 5 spitzen Enden
  • Er ist dicht von Drüsenhaaren besetzt
  • Blütezeit : April - September
  • Durchmesser der Blüte: 25 mm
  • Blütenfarbe: hellgelbe Kronblätter, der Schlund ist grün.



Die Frucht

Zadar 07/2019


  • Das Bilsenkraut bildet als Frucht eine Kapselfrucht.
  • Die Hülle aus Kelchblättern bleibt stehen.
  • Bei Reife löst sich der Deckel und die etwa 200 linsenförmigen Früchte fallen heraus.








Das Blatt

Blatt, Ražanac 06/2012
Blatt, Zadar 07/2019
  • Die Blätter sind oval und lang gestielt.
  • Sie stehen wechselständig.
  • Ihr Rand ist gelappt, die gesamte Spreite ist behaart.
  • Diese Drüsenhaare verströmen einen widerlichen Geruch. Außerdem fühlt sich die Pflanze durch das Sekret klebrig an.







Der Stängel

Blatt, Ražanac 06/2012
  • Die kreisrunden Blütenstängel wachsen selten gerade sondern meist niederliegend.
  • Sie sind ebenfalls von langen Haaren bedeckt.
  • Sie tragen Laubblätter.
  • Im oberen Bereich treiben sie zusätzliche Verzweigungen.











Ökologie

  • Hyoscyamus albus Linné, 1753 ist Charakterart folgender EUNIS-Habitate:
J1.31 - Old town walls, Alter Mauern in Städten



Lebensraum

Mauern, steiniges Gelände


Geografische Verbreitung

  • Herkunft: Südeuropa
  • Vorkommen: Weltweit
  • Fundort: Kroatien – Ražanac an der Kirche



Nutzung

Hyoscyamus albus Linné, 1753 ist in Europa die wohl bekannteste und am häufigsten genutzte Heilpflanze und magische Pflanze:

  • Sie wurde in der Antike vor allem als Schmerzmittel und Sedativum verwendet. Dabei wurden getrocknete Pflanzenteile mit anderen Drogen wie Cannabis oder Fliegenpilz gemischt und geraucht. Auch die Dämpfe der Samen wurden inhaliert.
  • Ein Extrakt aus der Pflanze soll gegen die Spasmen bei der Parkinson-Erkrankung helfen.
  • Erstmals wurde sie in der Antike erwähnt. Damals wurde sie für Prophezeiungen und Orakel wie in Delphi eingesetzt.
  • Hexen benutzten das Bilsenkraut für ihre Flugsalben.
  • Im 17. Jahrhundert wurde es bei magischen Ritualen zur Erreichung eines Trance-Zustandes eingesetzt.


Ein Hexenkraut, das direkt an der Mauer einer Kirche in Ražanac wächst. Mehr über Aberglauben und Prophezeiungen, bei denen diese Pflanze eine wichtige Rolle spielt, habe ich hier geschrieben:

Das Bilsenkraut, bijela bunika – eine alte Hexen- und Orakelpflanze


Giftigkeit

  • Das enthaltene Gift: enthält die Alkaloide (S)-Scopolamin und (S)-Hyoscyamin, wobei ersteres stark sedierend wirkt.
  • Wirkung des Gifts: Beeinflusst die Nerven
  • Mögliche Symptome: Verursacht Krämpfe und Halluzinationen
  • Mögliche Dauerschäden: Koma, Aussetzen des Herzens und/oder der Atmung




Links und Quellen

© Kroatiens Fauna und Flora, fauna i flora u Hrvatskoj





  • N.J.B.G Guibourt’s Pharmaceutische Waarenkunde, Nürnberg 1824