Alliaria petiolata Cavara & Grande, 1913

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Thalmassing 14/2012



Systematik


Trivialnamen

  • Deutsch: Knoblauchs-Rauke Lauch-Hederich
  • Kroatisch: ljekovita češnjača, češnjača, češnjarka, lučac
  • Englisch: garlic mustard, Jack-by-the-hedge, mustard root, Jack-in-the-bush, poor man's mustard
  • Französisch: alliaire officinale
  • Italienisch: alliara comune
  • Slowenisch: navadna česnovka
  • Spanisch: ajera, aliaria, hoja del gañán
  • Tschechisch česnáček lékařský
  • Ungarisch: kányazsombor


Wissenschaftlicher Name

Alliaria petiolata Cavara & Grande, 1913


Namensherkunft

Alliaria von Allium = Lauch Lateinisch petiolata = gestielt


Basionym

Erysimum alliaria Linné, 1753


Synonyme

  • Clypeola alliacea Crantz 1769
  • Erysimum cordifolium Pallas, 1795
  • Erysimum alliaceum Salisbury, 1796
  • Arabis alliaria Bernhardi, 1800
  • Arabis petiolata Bieberstein, 1808
  • Alliaria fuchsii Ruprecht, 1869


Schutzstatus

Alliaria petiolata Cavara & Grande, 1913 ist in Kroatien nicht gefährdet und nicht geschützt.


Morphologie und Größe

Habitus

Habitus, Tauern 05/2012
  • Zweijährige, in wärmeren Klimazonen auch mehrjährige, krautige Pflanze.
  • Im ersten Jahr erscheint eine basale Blattrosette.
  • Erst im zweiten Jahr treiben bis zu 2 Blütenstängel.
  • Höhe: bis 80 cm






Die Blüte

Blüte, Thalmassing 04/2012
  • Zahlreiche Blüten sitzen in einer endständigen Traube
  • Die Blüte besitzt 4 spatelförmige Kronblätter, die sich weit öffnen.
  • Die Kelchröhre ist kurz.
  • Die Narbe ragt weit über die 6 Staubgefäße hinaus
  • Blütezeit : April – Mai
  • Durchmesser der Blüte: 6 mm
  • Blütenfarbe: weiß







Die Frucht

Frucht, Polača 04/2018
  • Aus dem schlanken Fruchtknoten entwickelt sich eine Schote.
  • Anfangs ist sie kurz, mit der Reifung wird sie immer länger und ist gerade nach oben gerichtet.
  • Junge Schoten sind hellgrün, später werden sie braun.
  • Im Inneren entwickeln sich bis zu 8 kleine Samen
  • Reife Schoten platzen oben auf, die Wände fallen ab.
  • Die an der Scheidewand hängenden Schoten bleiben noch eine Zeitlang haften, fallen erst im Spätherbst ab.
  • Reifezeit:Juli







Blatt und Stängel

Stängel, Neustadt an der Waldnaab 05/2017
  • Jede Pflanze treibt meist zwei Blütenstängel, die sich im oberen Drittel verzweigen.
  • Unter jeder Verzweigung sitzt ein Laubblatt.
  • Diese sind leicht kantig und im unteren Teil schwach behaart.









Blatt, Polača 04/2018
  • Die großen Laubblätter sitzen wechselständig.
  • Sie sind lang gestielt.
  • Die Blattspreite ist herzförmig, der Rand ist tief gebuchtet.
  • Die Blattoberseite ist unbehaart.









Ökologie und Lebensraum

Polača 04/2018
  • Die Knoblauchrauke ist ein Bewohner schattiger und halbschattiger Habitate mit genügend Bodenfeuchte.
  • Man findet sie auch an Waldrändern, in Lichtungen und an den Ufern von Bächen und wasserführenden Gräben. Da allerdings nicht in unmittelbarer Nähe.
Thalmassing 04/2012


  • Alliaria petiolata Cavara & Grande, 1913 ist Charakterart von folgenden EUNIS-Habitaten:
E5.43 Shady woodland edge fringes
B1.7 - Coastal dune woods
G1.1 - Riparian and gallery woodland, with dominant [Alnus], [Betula], [Populus] or [Salix]
G1.2 - Mixed riparian floodplain and gallery woodland
G1.A - Meso- and eutrophic [Quercus], [Carpinus], [Fraxinus], [Acer], [Tilia], [Ulmus] and related woodland
G1.B - Non-riverine [Alnus] woodland


✔ Anthocharis cardamines Linné, 1758 - Aurorafalter
✔ Lithostege farinata Hufnagel, 1767 - Mehlfarbener Raukenspanner
✔ Pararge aegeria Linné, 1758 - Waldbrettspiel
✔ Phlogophora meticulosa Linné, 1758 - Achateule
✔ Pieris napi Linné, 1758 - Rapsweißling
✔ Xanthorhoe designata Hufnagel, 1767 - Kreuzblütler-Blattspanner


✔ Eristalis nemorum Linné, 1758 aus der Familie Syrphidae Latreille, 1802 - Schwebfliegen, osolikih muha trinkt gerne Nektar


✔ Ceutorhynchus alliariae Brisout, H., 1860 – Knoblauchrauken-Kleinrüssler, die Larven leben im Stängel
✔ Ceutorhynchus scrobicollis Neresheimer & Wagner, 1924 – Bodenstreu-Kleinrüssler, alle Stadien fressen an den Wurzeln.
✔ Ceutorhynchus roberti Gyllenhal, 1837 - dessen Larven leben im Stängel
✔ Ceutorhynchus constrictus Marsham, 1802 - dessen Larven leben im Stängel
✔ Phyllotreta ochripes Curtis, 1837 ist ein Flohkäfer aus der Familie Chrysomelidae Latreille, 1802 - Blattkäfer, zlatnice. Sowohl Larven als auch Imagines fressen Blätter




Geografische Verbreitung

  • Herkunft: Europa, Asien. Laut verschiedenen Quellen soll sie im Mittelmeerraum nicht vorkommen. Tatsächlich habe ich sie aber in der Nähe von Biograd na moru gefunden.
  • Weitere Vorkommen: In Amerika invasiv, wird dort als sehr aggressiv beschrieben. Nach Amerika kam die Pflanze vermutlich als essbare Pflanze bzw. Heilpflanze mit Siedlern aus Europa.
  • Fundort: Kroatien - Polača, D – Thalmassing, Neustadt an der Waldnaab



Nutzung

  • Als Essbare Pflanze: Junge Blätter und Triebe eignen sich vorzüglich für Salate oder Aufstriche. Mit ihrem zarten Knoblauchgeschmack sind sie eine wunderbare Würze. Und im Gegenteil zum echten Knoblauch riecht man nach dem Genuss nichts.
Aus den Samen kann Senf hergestellt werden.
  • Als Heilpflanze: Aktive Wirkstoffe sind scharfe Senfölglykoside, Carotine und die Vitamine A und C. Verwendet werden ausschließlich frische Pflanzen, beim Trocknen gehen viele Wirkstoffe verloren. Innerlich wurde sie gegen Infekte der Atemwege aber auch zur Blutreinigung verwendet. Äußerlich zur Behandlung von Wunden und eitrigen Geschwüren. Dabei kann man einen Tee zubereiten, die Blätter frisch verwenden oder einen alkoholischen Auszug herstellen.
  • Aus der Pflanze kann gelbe Farbe gewonnen werden.









Links und Quellen

© Kroatiens Fauna und Flora, fauna i flora u Hrvatskoj




  • Professor Joop Schaminée & Stephan Hennekens 2011: Review of EUNIS forest habitat classification, Alterra, Institute within the legal entity Stichting Dienst Landbouwkundig Onderzoek
  • Jeanie Katovich, Esther Gerber, Hariet Hinz, Luke Skinner, David Ragsdale and Roger Becker: The Garlic Mustard Biocontrol Story: Past, Present and Future