24.08.2019 - Contenance Madame!

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Jetzt will sie es ihm zeigen

Ihren Urlaub hat sich unsere Madame ja redlich verdient nachdem sie sich im ersten Halbjahr so angestrengt hat. Das ist zumindest ihre Version gewesen, die sie mir aufgetischt hat. Doch mir wurde von anderer Seite berichtet, dass sie von Aeolus ins Exil geschickt wurde, weil sie sich absolut daneben benommen hat. Das hat sie sich ja auch wirklich verdient. Und so musste sie in einer Grotte tief unter dem Meer die jungen Winde ausbilden, damit sie mal anständig ihrer Arbeit nachgehen können. Und ihr könnt euch alle vorstellen, dass das schwieriger ist, als einen Sack Flöhe zu hüten. Das Ganze hat sich tief im Bermuda-Dreieck abgespielt, und die Blasen, die immer wieder als hochperlendes Mangan gedeutet werden, kommen natürlich von den Nachwuchs-Winden, die da ihren Schabernack treiben.

Vor zwei Tagen meinte Madame Bura nun, sie habe genügend lang gelitten und die kleinen Wusler in Schach gehalten. Und hat sich einfach selbst entlassen. Ihre erste Tat war, auf dem Velebit eine recht schüchtern wirkende Walze aufzubauen. Bloß, dass keiner sie sieht. Aber so richtig die Abhänge herunter zu fegen hat sie sich dann doch nicht getraut. Es war ein leises Lüftchen, das von ihr kam, so gar nicht ihre Art. Und am nächsten Morgen hat sie ihre Wolken auch schon wieder eingepackt und gut verstaut.

Und derjenige, der das nicht mitbekommen sollte, hat das natürlich sofort gesehen und sich heute über die Madame so richtig lustig gemacht. Ganz sanft hat er hier herum gefächelt und sie immer wieder gefragt, ob das alles ist, was sie so drauf hat. Das wäre ja etwas für Mädchen, was sie da anstellt. Man mag es kaum glauben, aber Madame hat sich brummend zurück gezogen und erst mal eine kreative Pause eingelegt. Oder überlegt, wie sie ihm eins auswischen kann, ohne von Aeolus ertappt zu werden.

Sie wäre nicht Madame Bura, wenn ihr nicht etwas einfiele. Und so hat sie oben auf dem Velebit nur eine ganz kleine Wolkenwalze aufgebaut, die kaum sichtbar ist. Und dann hat sie ein Tiefdruckgebiet zusammengebraut, und die Hänge mit einem dichten, grauen Schleier überzogen, damit niemand erkennt, was sie in den nächsten Stunden vorhat. Ein kurzes, stürmisches Gastspiel hat sie schon gegeben, dann aber wieder aufgehört. Ich vermute mal, nach der langen Pause muss sie ihre Windkammern erst mal so richtig füllen, damit sie mit Sturm, Blitz und Donner als anticiklonalna bura dem Herrn aus dem Süden zeigen kann, was eine Harke ist.

Und wir, wie können nur abwarten, was tatsächlich von oben kommt. Denn sehen können wir nichts außer graue Schwaden.

Nur einen Nachbarn lässt der Wind, der zwischendurch mal richtig heftig war, absolut kalt. Er zündelt mit Begeisterung inmitten des Sturms und der trockenen Wiesen….

Alle, die am, im oder auf dem Meer sind – passt auf euch auf, denn es braut sich da was Ordentliches zusammen.



Bilder vom 24.08.2019


Links und Literatur

© Kroatiens Fauna und Flora, fauna i flora u Hrvatskoj


  • Die Richtlinien für Kroatiens Fauna und Flora: [[1]]